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Rom: Marsch der rechtsextremen "Forza Nuova"

Über tausend Menschen haben am "Marsch der Patrioten" teilgenommen. Sie forderten unter anderem die Abschiebung von Migranten.

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Rom: Marsch der rechtsextremen "Forza Nuova"

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Grün-Weiß-Rot, römischer Gruß und laute Musik: Anhänger der italienischen neofaschistischen Partei Forza Nuova (FN) sind am Samstag durch den römischen Stadtteil EUR marschiert. Das Viertel hatte der faschistische Diktator Benito Mussolini für die nie stattgefundene Weltausstellung 1942 ausgewählt.

Die rechtsextreme Gruppe forderte die Abschiebung von Migranten. Sie protestierte unter anderem gegen das geplante Gesetz “Ius soli” (“Recht des Bodens”), das Kindern von Einwanderern die italienische Staatsbürgerschaft gewähren würde. Bisher folgt das italienische Staatsangehörigkeitsgesetz dem “Ius sanguinis”, also dem Abstammungsrecht.

“Wir glauben, dass man als Italiener geboren werden muss”, meint die junge Forza Nuova Anhängerin Vera Provenzale. “Italiener zu sein bedeutet, dass man italienisches Blut hat. Wir können und wollen die italienische Staatsbürgerschaft, unsere Wurzeln, unsere Kultur nicht verschenken.”

Mit dem Leitspruch “Alles für das Vaterland” beteiligten sich laut Polizeiangaben über tausend Menschen am Marsch. Rund 400 Polizisten waren im Einsatz.

Der Chef der rechtsextremen Partei Roberto Fiore sagte, Forza Nuova wolle zeigen, “dass es das italienische Vaterland noch gibt. Und um zu zeigen, dass sich die Italiener gegen die Menschen auflehnen werden, die versuchen, unser Vaterland zu zerstören.”


Forza Nuova wollte außerdem an die Machtübernahme Mussolinis vor gut 95 Jahren erinnern. Eigentlich sollte eine Kundgebung bereits am 28. Oktober stattfinden, diese wurde jedoch von der Polizei auf Anweisung des Innenministeriums untersagt worden. Mussolini war im Oktober 1922 nach einem “Marsch auf Rom” an die Macht gekommen.

Mehrere Politiker hatten sich im Vorfeld gegen den sogenannten “Marsch der Patrioten” gestellt. Zu ihnen zählte auch Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi. Gegendemonstrationen waren keine angekündigt.

Der Aufmarsch von Samstag fand ausgerechnet am Tag der Nationalen Einheit und am Tag der Streitkräfte statt, die Italien am 4. November feiert.