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Was Sie über die Paradise Papers wissen müssen

Auf Panama Papers folgt Paradise Papers: Das internationale Netzwerk investigativer Journalisten ICIJ hat eine neue Großrecherche zum Thema Steuerparadiese präsentiert.

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Was Sie über die Paradise Papers wissen müssen

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Mit Paradise Papers wird ein riesiges Datenleck bezeichnet, das zeigt, wie Unternehmen und Einzelpersonen über Steueroasen massenhaft Geld verstecken.

Zahlreiche bekannte Politiker, multinationale Konzerne, Superstars und Reiche nutzen diese komplizierten Strukturen, um Steuerzahlungen zu entgehen.

Die Daten wurden von der Süddeutscnhe Zeitung, die auch schon maßgeblich an der Berichterstattung zu den Panama Papers beteiligt war, veröffentlicht.

Der Name Paradise Papers wurde aufgrund der Orte (meist Inseln) gewählt, auf denen ein Großteil des Geldes liegt, darunter Bermuda, ein biritisches Überseegebiet und Sitz der Firma Appleby, die im Zentrum der Enthüllungen steht.

Andere Steuerparadiese, die in den Enthüllungen auftauchen, sind die Bahamas, Samoa, Vanuatu, Malta und Aruba.

Wer nutzte Steueroasen?

Die finanziellen Machenschaften hunderter Politiker, multinationaler Konzerne, Stars sowie Superreicher wurden durch das Datenleck entblößt. Die Dokumente legen auch die Namen der Unternehmen, Finanzinstitute und Berater offen, die die Offshore-Konten .

Diese Namen stehen auf der Liste:

Queen Elisabeth II. Ihr privates Vermögen, das ihre Berater auf den Kaimaninseln angelegt haben, wird auf mehr als 11 Mio. Euro geschätzt.

Ein Berater von US- Handelsminister Wilbur Ross ist Teilhaber einer Firma, die dem Schwiegersohn des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Kreml-nahen Geschäftsleuten gehört.

Auch ein Berater des kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau soll in die Offshore-Geschäfte verwickelt sein. Sein Name taucht in den Dokumenten auf und könnte den jungen Regierungschef in Bedrängnis bringen. Trudeau setzt sich öffentlich gegen Steuerparadiese ein.

*Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santo*s soll Chef einer auf Barbados registrierten Holding gewesen sein, bevor er im Jahr 2000 Finanzminister des südamerikanischen Landes wurde.

Um in den USA Milliarden Euro an Steuern zu sparen, soll der Sportartikelhersteller Nike erst auf den Bermudas und dann in den Niederlanden Teile des Gewinns der Firma versteckt haben.

Auch die Namen Apple, Facebook und Twitter tauchen in den Enthüllungen auf.

Popstar Madonna, U2-Sänger Bono und die Schauspielerin Keira Knightley stehen ebenfalls auf der Liste derer, die ihr Geld in Übersee angelegt haben. In den kommenden Tagen und Wochen dürfen zahlreiche weitere Namen fallen.

Wo kommen die Dokumente her?

Die Paradise Papers sind das Ergebnis von Recherchen des Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ) zur Steuervermeidung. Der Datensatz umfasst mehr als 1,4 Terabyte (13,4 Millionen Dokumente) interner Daten zweier Finanzdienstleister sowie den Unternehmensregistern von mehr als 20 Steueroasen.

Was ist Appleby?

Appleby ist eine Kanzler, die führender Anbieter sogenannter Offshore-Firmen ist. Der wichtigste Teil der Leaks stammt von dem Unternehmen.

Ist das alles illegal?

Appleby erklärte, es gebe “keinen Beweis für Fehlverhalten” der Anwaltsfirma oder ihrer Kunden. Und tatsächlich: Steuerschlupflöcher oder Briefkastenfirmen zu nutzen ist nicht per se illegal, wenn es etwa darum geht, Geld anzulegen. Allerdings ist es verboten, auf diese Art Steuern zu hinterziehen. Wer sein Vermögen – oder einen Teil davon – in Übersee parkt, muss das im Heimatland melden.