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Katalonienkrise erschüttert die belgische Politik

Der Fall Puigdemont schlägt Wellen in dem für seinen Sprachenstreit bekannten Land.

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Katalonienkrise erschüttert die belgische Politik

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In Belgien steigen die innenpolitischen Spannungen: Der Fall Puigdemont schlägt Wellen in dem für seinen Sprachenstreit bekannten Land. Die rechtsbürgerliche Neu-Flämische Allianz (N-VA) zeigt sich solidarisch mit den Pro-Separatisten in Katalonien. Der belgische Ministerpräsident versucht, eine Regierungskrise zu vermeiden:

“Wenn sich die belgische Justiz erneut damit beschäftigen muss, dann wird es eine Sache der Gerichte sein und nicht der belgischen Regierung. Es geht um Fragen der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung”, so Charles Michel, belgischer Ministerpräsident.

Die N-VA ist die wählerstärkste Partei im niederländischsprachigen Norden Belgiens. Sie steht für die Unabhängigkeit Flanderns, hält aber still, seit sie unter dem liberalen Charles Michel in der Regierungsverantwortung steht. Jetzt kommen allerdings andere Töne:

“Ich denke, dass die europäische Idee aktuell in Gefahr ist. Als ein Teil von Europa sollten wir versuchen, andere europäische Länder zu beeinflussen, aktiver zu werden, meiner Meinung nach passiert gerade etwas sehr Wichtiges”, sagt Parlamentsmitglied Olivier Maingain.

Die N-VA kritisiert den harten Kurs Madrids gegenüber Barcelona. Und steht damit nicht allein da. Die Verhaftung katalanischer Politiker und die Androhung von 30 Jahren Haft halten viele Belgier für unverhältnismäßig.

“Es gibt proseparatistische Minister und flämische Nationalisten in Belgien die mit der Einheit Europas spielen und das schwächt die Position Belgiens in Europa”, sagt der Abgeordnete Olivier Maingain.

Euronews-Reporterin Elena Cavallone zu den Auswirkungen der Katalonienkrise:

“Das katalanische Unabhängigkeitsstreben führte auch in Belgien zu politischen Spannungen, was vielleicht den ersten einer Reihe von Dominoeffekten in Europa auslöste.