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"Paradise Papers": Ein Blick hinter die Recherchen

Die Daten zu ungarischen Steuerhinterziehern wurden von Journalisten des investigativen Web-Portals Direkt36 ausgewertet.

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"Paradise Papers": Ein Blick hinter die Recherchen

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Namen wie Malta, Bahamas oder Isle of Man klingen nach exotischen Urlaubszielen. Es sind leider auch lukrative Steueroasen, wie die jüngsten Enthüllungen des Netzwerk investigativer Journalisten wieder verdeutlicht haben. Nach den “Panama Papers” gibt es einen neuen brisanten Bericht über massive Steuerflucht, er umfasst 13,4 Millionen Dokumente aus Steuerparadiesen weltweit und wurde von den Autoren “Paradise Papers” getauft.

Dean Starkman, Dozent an der Central European University in Budapest und einer der beteiligten Journalisten, unterstreicht die Notwendigkeit der Enthüllungsarbeit. “Wenn man, um Steuern zu vermeiden, nur reich genug sein und die richtigen Leute anheuern muss, ist das ungerecht. Die Steuerpflicht kann nicht nur für arme Menschen oder den Mittelstand gelten. Das Gesetz muss für alle dasselbe sein, ganz gleich, ob arm oder reich.”

Die Daten zu ungarischen Steuerhinterziehern wurden von Journalisten des investigativen Web-Portals Direkt36 ausgewertet. Sie fanden heraus, dass drei ungarische Banken Geschäfte über Steueroasen abwickelten, auch hochrangige Persönlichkeiten wie der der Milliardär George Soros aber auch Politiker stehen auf der Liste.

Dabei lernten die Journalisten viel über die durchaus legalen, aber eben auch unethischen Offshore-Praktiken, meint Blanka Zöldi von Direkt36. “Wir haben immer wieder von politischer Seite gehört, dass die Steuerflucht ein Ende haben muss. Aber wann immer es einen neuen Skandal gab, kam es nicht zu Untersuchungen. Wir glauben, dass sich das künftig ändern wird, wenn nötig mithilfe weiterer Datenlecks.”

Insgesamt waren mehr als 90 Medien und 380 Journalisten an den “Paradise Papers” beteiligt, unter anderem auch die Süddeutsche Zeitung. Wie sie berichtet, entgehen der EU insgesamt 60 Milliarden Euro pro Jahr an Steuereinnahmen, weil internationale Konzerne wie Apple und Nike ihre Gewinne in Steueroasen verschieben.