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Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich erneut nicht zu Glyphosat einigen können

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Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich erneut nicht zu Glyphosat einigen können

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Auch im zeiten Anlauf haben sich die EU-Mitgliedsländer am Donnerstag in Brüssel nicht auf die Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat einigen können.
Nachdem zunächst eine zehnjährige Verlängerung gescheitert war, fand auch ein Kompromiss von fünf Jahren nicht die nötige Mehrheit im Expertengremium des Europäischen Rates.
Die EU-Kommission will nun ein Vermittlungsverfahren anberaumen.
Franziska Achterberg, Chefin der Nahrungsmittelpolitik von Greenpeace äußerte sich gegenüber Euronews skeptisch:
“Wir erwarten nicht, dass die Mitgliedsstaaten ihre Positionen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ändern werden. Daher sollte die Kommission zuhören und ihren Vorschlag auf ein Verbot hin abändern.”
Auf die Frage unseres Korrespondenten Gregoire Lory, ob sie denn keine Ergebnisse vom Vermittlungsausschuss erwarte, entgegnete sie:
“Nein. Wir haben viel Erfahrung mit diesem Ausschuss, zu GVOs, zu Pestiziden, und im Allgemeinen ändern sich die Positionen nicht.”
Allerdings gehen die Meinungen zur Zulassungsverlängerung oft selbst innerhalb von Regierungen auseinander. So ist in Deutschland das Landwirtschaftsministerium dafür und das Umweltministerium dagegen.
Entsprechend hat sich Deutschland bei der Abstimmung heute enthalten.
Philippe Lamberts, Co-Vorsitzender der Grünen im Europaparlament erklärte gegenüber Euronews:
“Einige Mitgliedstaaten haben ihre Position erheblich verändert, ich wünsche mir, dass merh hinzukommen, ich denke da vor allem an Deutschland, das seiner Chemieindustrie mal sagen sollte: hey Leute, die Welt ändert sich!”
Die Zulassung von glyphosathaltigen Herbiziden in Europa läuft im Dezember aus. Wenn sich die Mitgliedsstaaten nicht einigen können, kann die Kommission allein entscheiden.