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Italien: Mafia, Neonazis und ein brutaler Kopfstoß

Das Interview eines italienischen Journalisten mit dem Bruder eines Mafiamitglieds in Ostia eskalierte blutig.

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Italien: Mafia, Neonazis und ein brutaler Kopfstoß

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Der Angriff erfolgte vor laufender Kamera: Weil ein italienischer Reporter nicht aufhörte, Fragen zur Verbindung zwischen der Mafia und extrem rechten Gruppen zu stellen, holte er sich eine gebrochene Nase.

Daniele Piervicenzi vom italienischen Staatsfernsehen Rai wollte von dem Fitnessclubbesitzer Roberto Spada wissen, ob stimme, was die örtlichen Zeitungen schreiben: Der örtliche Spada-Mafiaclan soll die neofaschistische Bewegung CasaPound unterstützt haben. Das soll dazu geführt haben, dass die Neofaschisten bei den jüngsten Kommunalwahlen im römischen Vorort Ostia Anfang November einen historischen Rekord von fast zehn Prozent erzielt haben. Spada ließ sich zunächst auf die Fragen ein und sagte dem Reporter: “Ich weiß es nicht, ich lese keine Zeitungen.”

Als der Journalist sich nicht abwimmeln ließ und weiter fragte, versetzte Spada ihm urplötzlich einen gezielten Kopfstoß und jagte das TV-Team mit einem Schlagstock durch die Straße. Der stark blutende Journalist musste mit gebrochener Nase im Krankenhaus behandelt werden, sein Kollege kam mit blauen Flecken davon. Der 32-jährige Spada wurde wegen Körperverletzung festgenommen. Der ältere Bruder des brutalen Schlägers, Carmine Spada, soll der Chef des lokalen Mafiaclans sein. Er wurde unter anderem wegen Erpressung zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Vorfall sorgte für Empörung: Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi bezeichnete den Angriff als “inakzeptabel”. Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi erklärte, das Vorgefallene sei “von erschreckender Symbolik”.

Das folgende Video dokumentiert den Gewaltausbruch: