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COP23: EU-Kommission ruft zum Schutz der Ozeane auf

Euronews konnte mit dem EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Karmenu Vella sprechen. Dieser erklärt, warum Ozeane und Klimawandel eng zusammenhängen.

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COP23: EU-Kommission ruft zum Schutz der Ozeane auf

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Ozeane spielen beim Klimawandel eine Schlüsselrolle. Es ist unmöglich, beide voneinander zu trennen. Das sagt jedenfalls der Europäische Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Karmenu Vella.

Euronews konnte mit dem Kommissar auf dem “Oceans Action Day” auf der Weltklimakonferenz in Bonn sprechen. Er hat uns erklärt, warum der Schutz der Ozeane bei Klimafragen für ihn mehr als Vorrang haben sollte.

“Die Ozeane sind die ersten Klimaregulatoren”, sagt Vella. “Sie saugen auf unserem Planeten 90 Prozent der Wärme und 30 Prozent des Kohlendioxids auf. Sie versorgen uns mit 50 Prozent des Sauerstoffes, den wir brauchen. Sie werden auch das ganze Wasser der Eisschmelze übernehmen. Wir sind alle Nutznießer der Ozeane.”


Ozeane müssen immer mehr CO2 aufnehmen, sie werden immer wärmer und saurer. Die Erwärmung hat weltweit mehrfach zu Korallenbleichen geführt. Die Hälfte der Korallenriffe auf unserem Planeten ist seit 1970 abgestorben, so die EU-Kommission.

“Neue Recherchen, die diese Woche präsentiert wurden, haben ergeben, dass die Ozeanoberflächengewässer jetzt 26% saurer als vor der Industriellen Revolution sind. Das schadet vielen Meeresbewohnern, einschließlich einiger unserer wertvollsten Fischbestände”, warnt Vella.

Das Pariser Abkommen ist für Vella von entscheidender Bedeutung: “Nur wenn wir unsere CO2-Emissionen reduzieren, werden wir die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels langfristig vermeiden können. Aber selbst wenn wir morgen alle schädlichen Treibhausgasemissionen stoppen, werden die Auswirkungen anderer Belastungen wie Plastikverschmutzung, Überfischung und Zerstörung von Lebensräumen auf Jahrzehnte hinaus spürbar sein.”

Der EU-Kommissar ruft also zum dringenden Schutz der Ozeane auf. Seine Rede finden Sie hier.

Inselstaaten warnen

Zum ersten Mal wird die Klimakonferenz von dem pazifischen Inselstaat Fidschi geleitet. Die Gruppe spricht unter anderem das Problem des aufsteigenden Meeresspiegels an. Für Nazhat Shameem Khan, Fidschis Chefunterhändlerin, “wollen wir während der COP23 ein Gefühl der Dringlichkeit vermitteln, denn als Inselstaat spüren wir die Auswirkungen der globalen Erderwärmung als Erstes”.

Schon jetzt sind einige Pazifikstaaten, die aus niedrigen Inseln bestehen, stark gefährdet wie Tuvalu, Kiribati oder die Marshallinseln.

Schuld für den Anstieg des Meeresspiegels ist zum Beispiel die Eisschmelze. Ein Phänomen, das nicht nur die Inseln betrifft, sondern auch die Küsten aller Kontinente, auf denen ein Großteil der menschlichen Bevölkerung lebt.