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Bürgermeister gegen Muslime? Streit tobt um Straßengebete in Pariser Vorort

In einem Vorort von Paris wollen Muslime Klage gegen konservative Bürgermeister einreichen.

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Bürgermeister gegen Muslime? Streit tobt um Straßengebete in Pariser Vorort

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Am Freitag der vergangenen Woche hatten sich zahlreiche Muslime aus Protest in einer Straße im Pariser Vorort Clichy-la-Garenne im Département Hauts-de-Seine zu einem öffentlichen Gebet versammelt. Gegen diese Straßengebete gab es auch Proteste von mehreren Bürgermeistern. Der Bürgermeister von Clichy-la-Garenne Rémi Gareau hatte in einem TV-Interview auch gesagt, es habe Gebete auf Arabisch gegeben, in denen zum Mord aufgerufen worden sei.

Gegen diese Äußerung will die muslimische Vereinigung “Union des associations musulmanes de Clichy-la-Garenne – UAMC” jetzt gerichtlich vorgehen. Der konservative Bürgermeister schüre Hass gegen die Mitbürger muslimischen Glaubens, erklärte der Anwalt der Vereinigung.

Für die Muslime waren die öffentlichen Gebete eine besondere Form, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie sind emört darüber, dass ihr Gebetsraum im Zentrum von Clichy-la-Garenne im vergangenen März geschlossen wurde und ihnen als Ersatz ein viel kleinerer und 1,5km vom Stadtzentrum entfernter Saal angeboten wurde. Der vorherige Gebetsraum bot Plazt für 3.000 bis 5.000 Personen und ist in eine Mediathek umgebaut worden.

Die muslimische Vereinigung beklagt auch, der angebotene Saal in Trois-Pavillons entspreche nicht den Sicherheitsnormen.

Gegen die Straßengebete hatten zuletzt etwa 100 konservative Bürgermeister mit blau-weiß-roter Schärpe demonstriert.