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Lawrow nennt Vorwürfe der Einmischung in Katalonien "hysterisch"

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Vorwürfe der spanischen Regierung zurückgewiesen, Moskau unterstütze die katalanischen Separatisten. Diese Anschuldigungen seien "hysterisch", sagte er.

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Lawrow nennt Vorwürfe der Einmischung in Katalonien "hysterisch"

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Vorwürfe der spanischen Regierung zurückgewiesen, Moskau unterstütze die katalanischen Separatisten. Diese Anschuldigungen seien “hysterisch”, so Lawrow laut der Agentur Interfax. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt gesagt, er sehe den Katalonien-Konflikt als innerspanische Angelegenheit an.

Hacker aus Russland und Venezuela haben Referendum beeinflusst, sagt Madrid


In Spanien sieht man das anders: Laut Verteidigungsministerin María Dolores de Cos­pedal liegen der Regierung in Madrid klare Beweise dafür vor, dass Hacker und Trolle aus Russland und Venezuela versucht haben, das Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober zu beeinflussen. Unter ihnen sei auch der prorussische Aktivist und Wikileaks-Gründer Julian Assange.

Die russischen Propagandakanäle RT und Sputnik hätten zudem – wie schon im Ukraine-Konflikt – Falschmeldungen verbeitet und ein Zerrbild gezeichnet, das die Katalanen als Minderheit darstellt, die von einem quasi-franquistischen Zentralstaat unterdrückt würden.

Rajoy spricht von “Angriff auf Europa”


In sozialen Netzwerken wurden laut dem spanischen Außenminister Alfonso Dastis Tausende gefälschte Konten angelegt, um Stimmung gegen Madrid zu machen. Die Hälfte der Konten lasse sich nach Russland zurückverfolgen, etwa ein Drittel nach Venezuela, so Dastis.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sprach in einem Interview mit dem “Handelsblatt” von “antieuropäischen Bestrebungen”, die durch dieselben Kanäle gingen wie beim Brexit oder der Stärkung der Rechtspopulisten, von denen einige, etwa Marine Le Pen, enge Kontakte zur russischen Regierung pflegen und teils von dort finanziert werden. IT-Experten der Guardia Civil hätten die Verbindungen aufgedeckt.

Auch Assange und Snowden twitterten für die Separatisten


Auch die spanische Denkfabrik Instituto Elcano analysierte die Attacken und kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass es allein über den Twitter-Account von Julian Assange 40.000 Meldungen zu dem Thema mit eindeutig proseparatistischem Tenor gab.




Auf RT und Sputnik sei die Lage in Katalonien mit den Vorkommnissen auf der Krim 2014 verglichen worden, wobei versucht worden sei, die Annexion der Krim durch Russland als Folge eines legitimen Referendums darzustellen.

Auch der nach Russland geflohene Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat sich laut Elcano für die Separatisten eingesetzt. Er soll fast 10.000 entsprechende Tweets versandt haben.

Spanien hat die Besetzung der Krim durch Russland sowie den Krieg Moskaus in der Ostukraine verurteilt und zudem Sanktionen gegen Venezuela gefordert.