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130 Kilometer Stau: Lastwagen stecken in der Mongolei fest

In der Wüste Gobi stehen lange LKW-Schlangen. Sie warten an der Grenze zu China, dem Ziel ihrer Fracht.

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130 Kilometer Stau: Lastwagen stecken in der Mongolei fest

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Mitten in der Wüste Gobi: Soweit das Auge reicht, reihen sich Lastwagen aneinander. Rund 130 Kilometer lang ist der Stau inzwischen, und jeden Tag geht es nur ein paar Kilometer vorwärts.

Die Kohletransporter sind auf dem Weg zur mongolisch-chinesischen Grenze. Denn China ist das Ziel ihrer Fracht.

In den Vorjahren hatte die Kohlenachfrage aus China stagniert, die mongolischen Exporte aufgrund weltweit fallender Rohstoffpreise ebenfalls. Doch dann gab 2017 einen plötzlichen Anstieg der Nachfrage aus China, mehr als viermal soviel Kohle im Vergleich zum Vorjahr schafften die Mongolen in der ersten Jahreshälfte ins Nachbarland.

Die Fahrer sind wegen der langen Wartezeiten gezwungen, in ihren Fahrzeugen zu übernachten, zu essen und zu kochen. Geschäftstüchtige Mongolen nutzen die Gegenheit. Sie verkaufen Zigaretten, Trinkwasser, Diesel und Fleisch – eine blühende Mikroökonomie.

Die langen Wartezeiten haben auch ihre Schattenseiten: So ist der Alkoholkonsum unter den Fahrern gestiegen, die Straße ist unbeleuchtet und in schlechtem Zustand: Unfälle mehren sich.

Außerdem wird immer mehr über die Grenze nach China geschmuggelt. Das ist China ein Dorn im Auge, das Land hat seine Grenzkontrollen verschärft: ein Teufelskreis.

Eine Lösung könnte die von der Mongolei geplante Eisenbahnstrecke nach China sein, doch dafür fehlt der mongolischen Regierung das nötige Geld. Einige Betonpfeiler zeugen von dem ehrgeizigen Plan, der auf Eis liegt.

“Es ist ein sehr gefährlicher, manchmal sogar lebensbedrohlicher Job, aber wir haben keine Wahl”, sagt dieser Lastwagenfahrer, “wir haben nichts anderes zu tun”.

So wird der Kohletransport in der Mongolei zum langwierigen und gefährlichen Unterfangen.