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Ein Marketingerfolg: Der Beaujolais nouveau

Der junge Rote aus Frankreich wird im Zentrum Frankreichs geerntet.

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Ein Marketingerfolg: Der Beaujolais nouveau

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Jedes Jahr am 3. Donnerstag im November wird der Saisonstart des Beaujolais nouveau gefeiert. Ein junger Wein, produziert von den 2000 Winzern des Beaujolais. Sylvain Donjon in Beaujeu ist einer von ihnen. Seine sechs Hektar Weinberge liegen mitten im Herzen des berühmten französischen Weinanbaugebietes. Ab sofort wird der Winzer voraussichtlich alle seine 1200 Flaschen Beaujolais nouveau verkaufen.

Der junge Rote ist eine Erfolgsgeschichte; In den vergangenen 50 Jahren vervielfachte sich die Zahl der verkauften Flaschen um den Faktor 40:

“Es ist ein sehr einfacher Wein, sehr süffig. So wird er in Frankreich gesehen. Im Ausland dagegen genießt der Beaujolais noveau einen ausgezeichneten Ruf”, sagt der Winzer Sylvain Donjon.

40 Prozent der gesamten Ernte werden exportiert: Insgesamt werden 25 Millionen Flaschen abgefüllt, davon gehen 11 Millionen ins Ausland, hauptsächlich nach Japan, in die USA, und nach Großbritannien.

“In den USA wird er gern getrunken, denn wir machen einen Wein, der den amerikanischen Konsumenten schmeckt. Denn er ist anderes als der Wein aus Kalifornien. Dort gibt es sehr körperreiche, dunkelrote Weine, die ein bisschen süß sind”, so Donjon.

Bezahlt man in Frankreich zwischen 2 und 10 Euro für eine Flasche Beaujolais, müssen Japaner oft mehr als 25 Euro dafür hinblättern, denn der junge Rotwein gilt im Ausland als Luxusprodukt. Ein Grund dafür ist sicherlich das effektive Marketing mit dem jährlichen Fest zum Saisonstart:

“Den Großteil des Beaujolais nouveau verkauft man innerhalb der ersten Woche, 15 Tage nach dem Saisonstart. Das ist schade, denn zu Weihnachten ist er meistens noch genauso gut, wenn nicht besser. Wir sind Opfer unseres Erfolgs, unseres Marketings, das uns vermittelt, dass er nicht mehr gut ist, wenn man ihn nicht gleich trinkt”, so der Winzer.

Die diesjährige Ernte brach um etwa 30 Prozent ein, da die Reben unter Frost, Hagel und Trockenheit gelitten haben. Das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch – der Jahrgang 2017 verspricht, fruchtig zu werden.