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Ratko Mladić: Held oder Verbrecher?

Am Mittwoch gibt der Gerichtshof in Den Haag sein Urteil bekannt.

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Ratko Mladić: Held oder Verbrecher?

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Am Mittwoch wird vor dem Haager Gerichtshof für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien das Urteil gegen Ratko Mladić erwartet. Dem früheren Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Truppen wird unter anderem vorgeworfen, militärisch für das Massaker von Srebrenica verantwortlich zu sein, bei dem tausende Jungen und Männer getötet wurden.

Mladićs Anhänger und seine Familie halten ihn für unschuldig und stehen fest an seiner Seite. „Die Zeit seiner Verhaftung war sehr schwierig für uns“, sagt sein Sohn Darko. „Für mich persönlich war es nach dem Tod meiner Schwester die schwierigste Zeit meines Lebens – und für unsere ganze Familie. Mein Vater wurde wie ein Mann ohne Rechte behandelt. Alles, worauf er zu seiner Verteidigung Anspruch hatte, wurde ihm verweigert. Serbien – damals unter Präsident Boris Tadić – hat ihm alles untersagt.“

Vladimir Vukčević war Serbiens Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen. Dass die Wunden nach dem Mladić-Urteil alsbald heilen, sieht er nicht. „Wir befinden uns in einer Phase, die jedes Land in dieser Region kennt. Und jedes Land hält daran fest. So lange das der Fall ist, wird es keine Aussöhnung geben“, so Vukčević.

Mladić wurde im Mai 2011 festgenommen, das Verfahren gegen den heute 74-Jährigen lief bis Dezember, seitdem beraten die Richter. Die Verteidigung fordert einen Freispruch, die Ankläger lebenslang.