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In Malis Norden werden die Schulen wiedereröffnet

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In Malis Norden werden die Schulen wiedereröffnet

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Im Norden Malis haben radikale Islamisten geherrscht und Rebellengruppen um die Macht gekämpft. Leidtragende waren vor allem Kinder. Hunderte Schulen wurden geschlossen, Schulweg und Bildung wurden zur Gefahr. Doch der diesjährige Schulanfang macht Hoffnung. Immer mehr Schulen öffnen wieder ihre Pforten.

“Die Kinder gehören nicht in die Armee und noch weniger auf die Straße, nein, sie gehören in die Schule”, so Malis Bildungsminister Mohamed Ag Erlaf. Anlässlich des beginnenden Schuljahres ist er nach Kidal in den Norden Malis gekommen.

Auch die Eltern freuen sich. Für sie bedeutet Schule Zukunft für die lange unterdrückte Gesellschaft: “Ich bin erleichtert, dass unsere Kinder jetzt jeden Tag zur Schule gehen”, sagt die Mutter Rahmantou Walet Nini, “es verhindert, dass sie auf der Straße abhängen. Sie können sich bilden und später zur Entwicklung der Region beitragen.”

Seit 2012 hatten militante Islamisten und andere Rebellengruppen hier die Macht. Mehr als 150.000 Kinder konnten nicht mehr zur Schule gehen, Amnesty International spricht von 500 geschlossenen Schulen. Dann kamen französische und afrikanische Truppen und eine Friedensmission der Vereinten Nationen nach Mali und beruhigten die Lage.

Dennoch, auch nach dem Ende der Besatzung durch die Islamisten gab es immer wieder Anschläge und Kämpfe zwischen Tuareg-Rebellen und radikalen Dschihadisten. Seit 2015 gibt es einen Friedensvertrag mit den Rebellen, seitdem werden auch immer mehr Schulen wiedereröffnet. Nach und nach kehrt das Leben in die Klassenräume zurück.