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Weltklimakonferenz: Wenig Fortschritte für Entwicklungsländer

Die Weltklimakonferenz war in den Worten des Präsidenten "ein Erfolg", - für die Entwicklungsländer gab es aber wenig Fortschritte.

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Weltklimakonferenz: Wenig Fortschritte für Entwicklungsländer

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Die Weltklimakonferenz in Bonn hat die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens ein kleines Stück weitergebracht. Nach langem Ringen in der Nacht einigten sich die 195 Staaten am Samstagmorgen zuletzt auch in wichtigen Finanzfragen.

Der Regierungschef der Fidschi-Inseln, Frank Bainimarama, sagte, der Gipfel sei ein Erfolg gewesen. “Wir haben getan, was wir tun sollten, das Pariser Klimaschutzabkommen ein Stück weiterbringen und den ehrgeizigen Talanoa-Dialog für 2018 vorbereiten.”

Das Wort Talanoa bedeutet auf Fidschi eine Versammlung, in der Wissen ausgetauscht und Vertrauen aufgebaut wird, um weise Entscheidungen zu treffen.

Zuvor hatten die Delegierten eine umfangreiche Textsammlung erstellt, aus der im kommenden Jahr das Regelwerk zum Pariser Klimaschutzabkommen entstehen soll. Dies ist unter anderem nötig, damit eine Tonne Kohlendioxid-Minderung in allen Ländern mit gleichem Maßstab gemessen wird. Das Regelwerk soll auf der nächsten Klimakonferenz Ende 2018 im polnischen Kattowitz beschlossen werden. Um die noch zu geringen Klimaschutzaktivitäten der Länder zu erhöhen, gibt es nun neben den direkten Verhandlungen den sogenannten Talanoa-Dialog.

Als besonderer Erfolg galt in Bonn auch, dass erstmals ein gemeinsames Arbeitsprogramm zu Landwirtschaft und Klimawandel in die politische Agenda aufgenommen wurde. Die Landwirtschaft ist einerseits extrem vom Klimawandel betroffen, so dass eine Anpassung an die Erderwärmung nötig ist. Andererseits ist sie auch für einen großen Teil der Treibhausgase verantwortlich.

Bei einem für Entwicklungsländer besonders wichtigem Thema gab es wenig Fortschritte. Sie wollen, dass die Schäden durch den Klimawandel stärker anerkannt werden und dass das Thema auf einer höheren Verhandlungsebene angesiedelt wird als bislang. Die Industrieländer fürchten jedoch, eines Tages zur Verantwortung gezogen zu werden für die Schäden durch den Klimawandel in ärmeren Staaten. So blieb es in Bonn dabei, einen weiteren Arbeitsplan für diesen sogenannten Warschau Mechanismus in Gang zu setzen.