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Investieren in Warschau

Polens Hauptstadt boomt und versucht, Investoren anzulocken

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Nirgends sonst ist der Fortschritt in Polen so sichtbar wie in Warschau. Die Hauptstadt versucht, sich als attraktiver Standort zum Wohnen und Investieren zu positionieren. Mehr als fünf Millionen Quadratmeter Bürofläche wurden aus dem Boden gestampft – immens selbst für den hiesigen Immobilienboom.

Von grauen Häuserblöcken zu Glas- und Stahlwolkenkratzern: Die Umwandlung der Stadt ist in vollem Gange. Baustellen und Projekte allerorten. Der polnische Investor Echo investment baut gerade eine alte Brauerei in ein trendiges Wohn- und Bürogebäude um. Echo-Manager Mikolaj Martyuska: “Wir entwickeln nicht länger Gebäude, wir schaffen Bestimmungsorte. Genau das passiert gerade im polnischen Vermögensbereich. Und wir müssen wettbewerbsfähig sein. Ich denke, ein Grund für eine Investition in Warschau ist, dass man hier so gut wie in alle Bereichen investieren kann. Die Basis ist da, die Makro-Ökonomie ist da, die finanziellen Faktoren stimmen. An keinem anderen Ort in Europa passiert so viel gleichzeitig!”



Über 750.000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche werden gerade geschaffen, die Hälfte davon in Hochhäusern. Warschaus neues Wahrzeichen dürfte der Varso Tower der Entwicklungsgesellschaft HB Reavis nahe des Warschauer Hauptbahnhofs werden: Mit 310 Metern soll er das höchste Gebäude Polens werden. Entworfen wurde er vom Architektenbüro Foster and Partners, für anliegende Gebäude wurden örtliche Architekten beauftragt.

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Stanislav Frnka, Regionalchef von HB Reavis: “Wir bauen, weil die Nachfrage da ist und auch das Potenzial. Und wenn es nicht sofort Nachfrage gibt, dann definitiv in ein oder zwei Jahren. Wir beauftragen lokale und internationale Architekten, um unterschiedliche Blickwinkel auf dieses Projekt zu bekommen.”



Die Gewerbeimmobilienberatungsfirma Colliers International ist seit Ende der neunziger Jahre in Warschau aktiv. Monika Rajska-Wolinska, Colliers-Managerin in Polen, sieht Warschaus Zukunft als Bürostandort rosig: “Die Unternehmen, die sich vor vielen Jahren hier angesiedelt haben, wachsen und fühlen sich hier sehr wohl. Sie wollen mehr Leute einstellen. Wir sehen das Potenzial, neue Investoren anzulocken, neue Unternehmen, die niemals in Polen waren. Gerade nach dem Brexit.”

Angesichts des Brexit sehen sich insbesondere Unternehmen im Bank- und Finanzsektor nach Alternativen um. Die amerikanische Bank JPMorgan Chase & Co. will zum Beispiel in Warschau neue Büros eröffnen und mehr als 2.000 Mitarbeiter dort rekrutieren.

Wirken sich die vielen Büroflächen in der Stadt wirklich positiv auf den Stellenmarkt aus? Wir fragen bei einer Personalbeschaffungsfirma nach dem Arbeitskräftepotenzial.Polens Arbeitsmarkt steht europaweit gut da, im September lag die saisonal bereinigte Arbeitslosenquote laut

Die Personalbeschaffungsfirma Michael Page ist seit 2005 in Warschau aktiv und testet jährlich um die 18.000 Bewerber im Finanz-, IT- und Verkaufsbereich. Page-Manager Yannick Coulange: “Es gibt eine gute Kombination aus Zugang zu Talenten, Zugang zu Gewerbefläche und Gesamtkosten. Die Talente hier sind breit gefächert, sehr vielfältig hinsichtlich der Ausbildung oder sogar auch mehrerer, verschiedener Ausbildungen, und hinsichtlich der Fremdsprachen.”

Warschaus Vizebürgermeister Michał Olszewski ist einer der Verantwortlichen für die Entwicklung von Geschäftsinitiativen. Sein Schlagwort für seine Stadt: “Dynamisch. Das ist die kürzeste Beschreibung für Warschaus Charakter. Dynamisch, weil wir uns sehr schnell wandeln.” Wie Warschau mit großen Geschäftsmetropolen in Europa wie London, Frankfurt oder Paris konkurrieren könne? “Ich denke, hauptsächlich durch die Lebensqualität und das sehr gute Verhältnis zwischen Kosten und Erschwinglichkeit der Dienstleistungen. Warschau als eine Hauptstadt in Osteuropa kann mehr als viele andere Städte bieten: Leben im Grünen, attraktive Freizeitmöglichkeiten und natürlich die Qualität der Arbeitsplätze hier. Das ist eins der Elemente, die für viele Investoren ausschlaggebend sind. In zehn Jahren werden wir immer noch denselben Charakter haben wie heute – eine Stadt im Gleichgewicht zwischen Natur, Freizeit, guter wirtschaftlicher Qualität und guter Erreichbarkeit vom Ausland.”

Mit Unterstützung der Stadt Warschau

Credit Warsaw Timelapse : Maciej Margas