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Weißrussland beschuldigt Journalist der Spionage

Der im Oktober festgenommene ukrainische Radio-Journalist Pavlo Sharoyko wird von Weißrussland als Spion angeklagt.

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Der weißrussische Staatssicherheitsdienst KGB hat nach eigenen Angaben einen Spionage-Ring aufgedeckt. Der Ring soll von dem ukrainischen Radio-Korrespondenten Pavlo Sharoyko aufgebaut worden sein und für das ukrainische Verteidigungsministerium arbeiten.

Wie ein Sprecher des weißrussischen KGB erklärte, habe Sharoyko in Weißrussland ein Netzwerk von Agenten aus weißrussischen Bürgern aufgebaut, die seine Aufträge ausgeführt haben und geheimdienstliche Informationen im militärischen und politischen Umfeld gegen Geld gesammelt haben sollen.
Sharoyko selbst habe zugegeben, ein vereidigter Beamter des militärischen Geheimdienstes zu sein, der unter Tarnung arbeitete, und habe zudem seine militärische Position eines Oberst genannt.

Sharoyko wurde im Oktober festgenommen und angeklagt, ein Undercover-Geheimagent zu sein.

Seine Ehefrau Elena Sharoyko teilte mit, dass ihr Mann vor kurzem über die gemeinsame russisch-weißrussische Manöverübung “Zapad-2017” berichtet hatte, er sei dorthin gereist, habe Militäreinrichtungen besucht, Live-Schaltungen aus diesen Gebieten gemacht sowie Experten und Journalisten interviewt. Er habe in seinen Berichten also nicht nur Informationen präsentiert, sondern auch einige dieser Vorgänge kommentiert.

Der ukrainische Geheimdienst bestreitet derweil eine Zusammenarbeit mit Sharoyko.

Der Fall könnte die Spannungen zwischen Minsk und Kiew weiter verstärken, die in diesem Jahr bereits durch die großangelegten gemeinsamen Militärübungen mit Russland auf weißrussischem Boden entstanden sind.