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Briten: Mehr ausgeben für weniger in der Tüte

Inflation dürfte bis 2025 die Reallöhne drücken

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Briten: Mehr ausgeben für weniger in der Tüte

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Die britische Wirtschaft ist im Sommerquartal dank kauffreudiger Verbraucher etwas schneller gewachsen – die Unternehmen hielten sich verunsichert mit Investitionen zurück.
Trotz der Brexit-Unwägbarkeiten legte das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,4 Prozent zu, so das Statistikamt, nach 0,3 Prozent im zweiten Quartal. Allerdings ziehen andere Industrienationen davon: Deutschland schaffte zuletzt 0,8 Prozent Plus, die USA 0,7 und die Euro-Zone 0,6 Prozent.

Ob die Verbraucher dafür wirklich mehr in die Tüten packten, bezweifeln britische Konjunkturexperten – schließlich stiegen die Preise im Oktober wie seit fünf Jahren nicht.

Dennis Novy, Forschungsstipendiat, Centre for Economic Performance, London School of Economics und Political Science:

“Im Moment legen die Briten bereits richtig drauf. Jedes Mal, wenn sie einkaufen gehen, weil die Preise gestiegen sind, bekommen sie tatsächlich weniger für ihr Geld. Und das ist der Preis. Das ist sehr gleichmäßig verteilt, es trifft so ziemlich jeden im ganzen Land. Und es summiert sich tatsächlich zu viel Geld, die Briten zahlen also bereits für den „Brexit“, obwohl er noch nicht einmal eingetreten ist.”


Großbritannien erlebe den nachhaltigsten Rückgang des Lebensstandards seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren, so der Think Tank „Resolution Foundation“, London.
Die Inflation eingerechnet, würden die Löhne frühestens 2025 das Niveau vor der Finanzkrise von 2007 erreichen.



su mit Reuters