Eilmeldung

Eilmeldung

"Afrika im Kleinformat": Die vielen Seiten Kameruns

Kamerun hat viele verschiedene Facetten. Wir nehmen Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch das "Afrika im Kleinformat."

Sie lesen gerade:

"Afrika im Kleinformat": Die vielen Seiten Kameruns

Schriftgrösse Aa Aa

Heute entführt Sie unser „Focus“-Team nach Kamerun. Ein unglaublich vielseitiges Land, das nicht umsonst „Afrika im Kleinformat“ genannt wird.

Wir beginnen unserer Reise in Ngaoundéré mit einem Besuch auf der Fantasia, einem großen, traditionellen Festival. Dann reisen wir weiter gen Norden in den Benoué-Nationalpark, einem der größten Nationalparks Kameruns und Heimat vieler wilder Tiere.

Wir machen Station im Busch-Hotel ‚Schwarzer Büffel‘. Eines von drei Bungalow-Dörfern im Benoué-Nationalpark. Es befindet sich im Herzen dieses ehemaligen Jagdgebiets. Der Nationalpark erstreckt sich über eine rund 180.000 Hektar große Fläche. Er ist flächenmäßig also mehr als doppelt so groß wie die Stadt Berlin.

Wir werden von Parkverwalter Jean Paul Kevin Mbamba Mbamba empfangen. Seine Mission: Das Gebiet attraktiver für Touristen zu machen. So wurden etwa in Zusammenarbeit mit dem Zoo im britischen Bristol einige Tiere im Park mit Sendern ausgestattet. Seither kommen Safari-Teilnehmer öfter in den Genuss, auch seltene Arten zu erspähen.

„Wir führen die Touristen an die Orte, wo sie die besten Chancen haben, auf Tiere zu treffen. Natürlich nicht hautnah, die Tiere sind nicht besonders zutraulich. Aber durch die Sender haben wir viel bessere Chancen, die Tiere zumindest aus der Ferne zu beobachten“, erklärt Mbamba Mbamba.

Begegnung mit wilden Tieren

Wir dürfen an einer der Safaris teilnehmen und erspähen eine Riesen-Elenantilope, die größte Antilopenart Afrikas, aber auch eine der scheuesten. Unsere Entdeckungsreise geht weiter. Wir finden Spuren im feuchten Boden. Und kurz darauf ihre Urheber, Flusspferde.

Der Benoué-Nationalpark ist das zweitreichste Wildtierreservat Kameruns. Er ist umgeben von Jagdgebieten. Ihre Verwaltung ist Aufgabe der lokalen Bevölkerung. Dahinter steckt die Idee der Regierung, Tourismus und Tradition nicht voneinander zu trennen.

Tourismusexperte Daniel Nganhoul sagt: „So haben die Einheimischen die Möglichkeit, von der Jagd zu leben und gleichzeitig vom Tourismus in den Gebieten zu profitieren, um die sie sich angesiedelt haben. Man darf sie nicht ausschließen.“

“Man fühlt sich wie ein König”

Szenenwechsel. Wir befinden uns jetzt im Südwesten des Landes, auf den grünen Hängen des Kamerunbergs. Ein aktiver Vulkan, der zuletzt im Jahr 2000 ausbrach. Mit unserem Fremdenführer Daniel Efande steigen wir auf 4100 Meter Höhe.

Hier findet jedes Jahr der sogenannte Lauf der Hoffnung statt. 42 Kilometer von der Stadt Buea bis zum Gipfel und zurück. Die holprige Strecke schaffen trainierte Läufer in weniger als viereinhalb Stunden. Wir würden wohl rund zwei Tage brauchen.

„Man muss körperlich sehr fit sein“, sagt Efande. „Je höher man läuft, desto kälter wird es und desto dünner wird auch die Luft. Deshalb braucht man sehr viel Kraft. Aber hat man es geschafft, ist man am höchsten Punkt West- und Zentralafrikas angekommen. Und dann fühlt man sich wie ein König.“

In völliger Abgeschiedenheit

Und schon der Weg zum Gipfel ist atemberaubend. An den Hängen des Kamerunbergs wachsen zahlreiche seltene Pflanzenarten. Wie das sogenannte Affenrohr, das schon dem einen oder anderen Marathonläufer durch Durststrecken geholfen hat.

„Wenn einem das Wasser ausgeht, muss man nach dieser Pflanze Ausschau halten. Sie enthält viel Wasser. Man pflückt sie und dann schält man sie“, erklärt Daniel Efande und nimmt ein Stück der Pflanze in den Mund. „Man findet sie nur an ganz wenigen Orten und nur über 1200 Metern Höhe. Ihr Saft tut vor allem Rauchern sehr gut. Er reinigt Körper und Lunge.”

Daniel Efande bringt uns bis auf 1800 Meter Höhe. Damit sind wir an einer der vier Herbergen angekommen, in denen man sich vor dem letzten Anstieg bis zum Gipfel ausruhen kann. Hier kann man eine Nacht mitten in der Natur und in völliger Abgeschiedenheit verbringen. Alles was man mitbringen muss: Essen, Trinken und einen Schlafsack.

Unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Vorher wollen wir noch den Ozean sehen. Dafür müssen wir gar nicht weit. Am Südhang des Kamerunbergs befindet sich Limbe, ein Badeort mit traumhaften schwarzen Stränden. Und so lernen wir ganz zum Schluss noch eine völlig andere der vielen Seiten Kameruns kennen.