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Entsetzen nach der Messerattacke von Altena

Die Staatsanwaltschaft geht nach dem Angriff auf den Bürgermeister von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.

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Entsetzen nach der Messerattacke von Altena

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Andreas Hollstein auf einer Pressekonferenz am Tag nach der Messerattacke. Der Bürgermeister von Altena wirkt gefasst. Bis auf eine kleine Schnittwunde am Hals ist er wohlauf.

Er erzählt aber, dass er um sein Leben fürchtete, als ein betrunkener Mann am Montagabend in einem Imbiss auf ihn losging: „Er hat gesagt: ‚Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena. Und dann stand er mit dem Messer hinter mir – und das Messer war an meinem Hals.“

Die Szene spielte sich in einer Dönerbude in Altena ab. Hollstein ist sich sicher: Der 56-jährige Angreifer hat ihn ganz gezielt ausgewählt – wegen seiner liberalen Migrationspolitik. Zu Hochzeiten der Flüchtlingskrise nahm seine 17.000-Einwohnerstadt im Sauerland freiwillig mehr Schutzsuchende auf, als ihr zugewiesen wurden.

Hollstein ist der Schock noch anzusehen. Nach dem Angriff bekam er zahlreiche Mails von Menschen, die die Tat gutheißen. Doch der 54-Jährige lässt sich davon nicht beeindrucken. Er wolle sich weiter entschlossen für die Belange von Flüchtlingen einsetzen, kündigte Hollstein an.

Angela Merkel verurteilte den Angriff auf den Bürgermeister scharf. Über Regierungssprecher Steffen Seibert dankte sie denjenigen, die Hollstein im Schnellimbiss zur Hilfe eilten. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen versuchten Mordes eingeleitet. Sie geht von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.


Auch SPD-Chef Martin Schulz äußerte sich schockiert.