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Papst hält sich in Myanmar zurück

Das Wort "Rohingya" nicht erwähnt

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Papst hält sich in Myanmar zurück

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Papst Franziskus ist in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw mit Friedensnobelpreisträgerin und De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zusammengetroffen. Im Kongresszentrum sprachen sie vor hohen Militärs und Diplomaten. Die Massenflucht der Rohingya und die Probleme in der Provinz Rakhine wurden von beiden nur indirekt angesprochen.

Suu Kyi erklärte: “Wir stellen uns den sozialen, wirtschaftlichen und Problemen, die Vertrauen und gegenseitiges Verständnis, Harmonie und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gruppen in Rakhine zerstört haben. Hierbei ist die Unterstützung guter Freunde sehr wertvoll.”

Der Heilige Vater mahnte die Achtung der Menschenwürde an und sagte: “Der Prozess der Versöhnung in diesem Land und die Wiederherstellung des Friedens kann nur dadurch umgesetzt werden, wenn sich alle für Gerechtigkeit und die Achtung der Menschenrechte einsetzen.”

Im August hatte sich der Papst noch explizit gegen die Verfolgung so wörtlich “unserer Rohingya-Brüder und -Schwestern” ausgesprochen. Allerdings war das im Vatikan und nicht in Myanmar

Claudio Lavanga, euronews, Naypyitaw, sagt: “Seine mit Vorsicht ausgewählten Worte sind vielleicht eine Enttäuschung für all die, die gehofft hatten, dass er die Verfolgung der Rohingya – so wie die USA und die UNO – als “ethnische Säuberung” bezeichnen würde, aber es bleibt die Hoffnung, dass sein Appell an die Wahrung der Menschenrechte hier in Myanmar gehört wird.”

600.000 Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit sind in den vergangenen Monaten aus Myanmar geflohen. Das Land, in dem jahrzehntelang eine Militärjunta an der Macht war, steht wegen der Verfolgung der Rohingya in den Schlagzeilen.



Muslimische Rohingya-Rebellen kämpfen in Myanmar seit langer Zeit und greifen vor allem in der Provinz Rakhine Kinder, Frauen und Männer an. Von vielen in Myanmar werden sie daher als Eindringlinge aus Bangladesch gesehen.