Eilmeldung

Eilmeldung

Papst: "Rohingya" sagt er nicht

Der Papst benutzt in Myanmar bei seiner Rede im Kongresszentrum in Naypyidaw das Wort "Rohingya" nicht.

Sie lesen gerade:

Papst: "Rohingya" sagt er nicht

Schriftgrösse Aa Aa

Papst Franziskus hat in Myanmar die Achtung der Menschenrechte angemahnt, aber das Wort “Rohingya” nicht in den Mund genommen. Der Heilige Vater traf in der Hauptstadt Naypyidaw mit Friedensnobelpreisträgerin und De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zusammen. Im Kongresszentrum sprach er vor hohen Militärs und Diplomaten.

Er sagte: “Die Zukunft Myanmars muss der Friede sein, ein Friede, der auf der Achtung der Menschenwürde und der Rechte aller Menschen des Landes aufbaut. Die Achtung aller ethnischen Gruppen, für alle Menschen. Die Achtung der Gesetze eines Rechtsstaates und der demokratischen Ordnung, damit jede Gruppe ihren Beitrag zum Wohle aller leisten kann.”

600.000 Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit sind in den vergangenen Monaten aus Myanmar geflohen. Das Land, in dem jahrzehntelang eine Militärjunta an der Macht war, steht wegen der Verfolgung der Rohingya in den Schlagzeilen.

Im August hatte sich der Papst noch explizit gegen die Verfolgung so wörtlich “unserer Rohingya-Brüder und -Schwestern” ausgesprochen. Allerdings war das im Vatikan und nicht in Myanmar


Der Erzbischof von Rangun, Kardinal Charles Maung Bo, ein Salesianer, hat den Papst offenbar gebeten, die Rohingya nicht direkt zu erwähnen. In Myanmar gibt es etwa 650.000 Katholiken, eine kleine Gemeinde. Myanmar, das frühere Birma, hat 54 Millionen Einwohner. Die Rohingya haben kein Recht auf die Staatsbürgerschaft. Von vielen in Myanmar werden sie als Eindringlinge aus Bangladesch angesehen. Auch gab es Übergriffe der Rohingya auf Kinder, Frauen und Männer in der Rakhine-Provinz.