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New York: Prozess um Geschäftsmann Reza Zarrab beginnt

In den USA hat der Prozess um den Geschäftsmann Reza Zarrab begonnen. Er soll über die türkische Halkbank große Mengen Gold in den Iran gebracht zu haben, um iranische Gaslieferungen zu bezahlen. Dabei kommen alte Korruptionsvorwürfe gegen den türkischen Präsidenten Erdogan wieder hoch.

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Vor einem Gericht in New York hat der türkisch-iranische Goldhändler Reza Zarrab zugegeben, den früheren türkischen Wirtschaftsminister Mehmet Zafer Caglayan mit rund sieben Millionen Dollar bestochen zu haben. Der habe geholfen, über die staatliche türkische Halkbank «Gold-gegen-Gas Geschäfte » abzuwickeln und Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. Caglayan habe die Hälfte der Profite bekommen - über 30 Millionen Euro.

Zarrab war im März 2016 während einer Reise nach Florida festgenommen worden. Durch sein Geständnis wird Zarrab zum Kronzeugen, auf der Anklagebank sitzt jetzt der frühere Vizechef der Halkbank, Mehmet Hakan Atilla. Alle anderen Beschuldigten in dem Fall, darunter auch der ehemalige türkische Wirtschaftsminister, befinden sich nicht in den USA. 

Für die Türkei ist das Verfahren nichts weniger als eine "Verschwörung" zum Sturz von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der sich persönlich für die Einstellung des Verfahrens eingesetzt hat. Sollte sich bestätigen, dass die Iran-Sanktionen mit Wissen Erdoğans unterlaufen wurden, könnte das eine hohe Geldstrafe für die Bank zur Folge haben.

Außerdem muss Erdoğan fürchten, dass alte Korruptionsvorwürfe wieder hochkommen, nämlich dass die türkische Führung direkt profitiert hat. Erdogan erzwang Dezember 2013 die Einstellung von Korruptionsermittlungen gegen mehrere Minister; auch sein Sohn war Teil der Ermittlungen. Schon 2013 wurden Staatsanwälte, Polizisten und Richter zwangsversetzt.