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Jerusalem: Trump schickt Schockwellen nach Nahost

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Jerusalem: Trump schickt Schockwellen nach Nahost

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US Präsident Donald Trump hat angekündigt, die US-Botschaft wahrscheinlich von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu lassen. Er hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bereits telefonisch informiert,  auch der jordanische König Abdullah wurde über Trumps Absicht in Kenntnis gesetzt. Trump wird am Mittwoch eine Rede zum Status von Jerusalem und dem Sitz der US-Botschaft in Israel halten.

Seine Sprecherin Sarah Sanders sagte dazu: "Ich werde den Statements des Präsidenten nicht vorgreifen, er hat aber mit einigen Führern gesprochen und er wird weitere Gespräche führen mit für das Thema relevanten Gesprächspartnern - am Ende wird er aber danach entscheiden, was er für das Beste für die Vereinigten Staaten hält.

Die faktische Annexion Ostjerusalems durch Israel im Jahr 1980 hat der Uno-Sicherheitsrat von Beginn an für "null und nichtig" erklärt. 

Stéphane Dujarric ist Sprecher des UN Generalsekretärs: "Der Generalsekretär hat immer wieder betont , dass er vor jedwedem einseitigen Vorgehen gewarnt, dass das Potential hat, die Zwei Staaten-Lösung in Frage zu stellen.".

Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit warnte die USA davor, Maßnahmen zu ergreifen, die den rechtlichen oder politischen Status Quo von Jerusalem antasten würden.

Die palästinensische Hamas hat bereits vor einer dritten Intifada gegen Israel gewarnt und zu einem "Tag der Wut gegen die Besatzung" aufgerufen. Eine Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem wäre ein Überschreiten einer "roten Linie", die Verlegung käme einer Anerkennung als Hauptstadt Israels gleich und wäre eine "gefährliche Eskalation".

Der ägyptische Präsident, Abdel Fattah al-Sisi, führte ebenfalls ein Telefonat mit Trump. Darin habe al-Sisi den US-Präsidenten davor gewarnt, "die Lage in der Region nicht zu komplizieren mit Maßnahmen, die die Chancen für Frieden im Nahen Osten aufs Spiel setzen", sagte al-Sisis Sprecher. 

Der irakische Premier Haider al-Abadi warnte, die Jerusalem-Frage könne nicht nur den gesamten mittleren Osten destabilisieren, sondern Muslime "in der ganzen Welt provozieren".