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Piloten sagen NEIN: 222 Abschiebungen aus Deutschland verhindert

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Piloten sagen NEIN: 222 Abschiebungen aus Deutschland verhindert

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Es kommt immer häufiger vor, dass sich Piloten an deutschen Flughäfen weigern, abgeschobene Asylbewerber oder Flüchtlinge, die zurückgeschickt werden sollen, an Bord ihrer Maschinen mitzunehmen.

Die Regierung in Berlin hat auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hin die genauen Zahlen für die ersten neun Monate dieses Jahres bekanntgegeben. Insgesamt konnten zwischen Anfang Januar und Ende September 2017 bundesweit 222 Mal Flüchtlinge und Migranten nicht abgeschoben werden, weil eine Pilotin oder ein Pilot es ablehnte, diese zu befördern.

Die meisten Fälle - nämlich 143 - gab es am größten deutschen Flughafen in Frankfurt. Am Flughafen Düsseldorf wurden 40 Abschiebungen durch die Piloten verhindert.

Unter dem Motto "Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt!" bietet das "Bundesamt für Migration und Flüchtlinge" BAMF finanzielle Anreize für Flüchtlinge, die in ihre Heimat zurückkehren wollen. Laut einem in mehreren Sprachen veröffentlichten Flyer erhalten "Familien bis zu 3.000 €, Einzelpersonen bis zu 1.000 € Wohnkostenzuschuss bis zu zwölf Monate im Herkunftsland werden nur im Zeitraum vom 01.12.2017 bis zum 28.02.2018 in der zuständigen Rückkehrberatungsstelle angenommen."

Zu den offiziellen Zahlen der Ausreisepflichtigen teilt das BAMF mit: "Zum Stand 30.10.17 waren insgesamt 229.504 Personen in Deutschland ausreisepflichtig. Davon hatten 164.258 Personen eine Duldung (Quelle: Ausländerzentralregister)."

Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty erklärte der WAZ: "Die Entscheidung, einen Passagier nicht zu befördern, trifft letztlich der Pilot und ist eine Einzelfallentscheidung, Wenn er den Eindruck hat, dass die Flugsicherheit beeinträchtigt werden könnte, muss er den Transport eines Passagiers ablehnen."