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700 Harleys auf den Champs Elysées: Frankreichs Trauer um Johnny Hallyday

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700 Harleys auf den Champs Elysées: Frankreichs Trauer um Johnny Hallyday

700 Harleys auf den Champs Elysées: Frankreichs Trauer um Johnny Hallyday
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Am Tag nach dem Tod des Sängers Johnny Hallyday, der im Alter von 74 Jahren einem Krebsleiden erlegen ist, hat ganz Frankreich über die Trauerfeier an diesem Samstag diskutiert. Präsident Macron wollte laut Medien die Zeremonie mit der Familie besprechen. Hallydays Witwe, die 42-jährige Laeticia, habe von einem Trauerzug auf den Champs-Elysées geträumt, sagte der Manager der Rock-Ikone.

Alle Fans des Stars, der vom Präsidenten zum Nationalhelden erklärt wurde, sollen die Gelegenheit bekommen, von Johnny Hallyday Abschied zu nehmen – und zwar genau so wie es sich dieser selbst gewünscht hätte. Die Rede ist von „funérailles populaires“, einer Trauerfeier für das Volk. Die Menschen sollen ganz nah an den Trauerzug herankommen können – und es sollen nicht nur Polizisten auf Motorrädern den Sarg begleiten, sondern dahinter sollen etwa 700 Biker auf ihren Harleys und anderen Zweirädern durch Paris fahren, um dem begeisterten Harley-Fahrer Hallyday die letzte Ehre zu erweisen.

Zuletzt habe es 1963 nach dem Tod von Edith Piaf ähnliche Szenen der Trauer gegeben, erinnern sich einige. Die bisher einzige nationale Trauerfeier für eine Sängerin gab es 1975 für Josephine Baker.

Viele Fans von Johnny Hallyday haben vor den Konzertsälen, in denen er auftrat, Blumen niedergelegt. Als Hommage werden die Worte “Merci Johnny” auf den Eiffelturm und auf die Konzerthalle Paris-Bercy projiziert.

Der französische Präsident war an diesem Donnerstag noch auf Staatsbesuch in Katar, am Freitag leitet er die nationale Trauerfeier für den am Dienstag verstorbenen Schriftsteller Jean d’Ormesson, den Emmanuel Macron als „Prinzen der Literatur“ bezeichnet hatte. Am Samstag will Macron dann vor oder in der Kirche Madeleine in Paris eine kurze Rede auf der Trauerfeier für den Rocker Johnny Hallyday halten. Auch seine Frau Brigitte will dabeisein.

Hallyday war gläubig und konservativ. Er hatte sich hinter Jacques Chirac gestellt und auch Nicolas Sarkozy unterstützt.

Johnny Hallydays Musiker sollen vor der Madeleine-Kirche die Songs spielen, die in Frankreich jeder kennt – ohne Gesang. Diese musikalische Begleitung wird auf Leinwänden entlang des Trauerzugs von den Champs Elysées bis zur Kirche übertragen.
1.500 Polizisten werden im Einsatz sein, um die Sicherheit der sehr zahlreich erwarteteten Teilnehmer sicherzustellen. Experten sprechen von einer besonderen Herausforderung, weil 14 Tage vor Weihnachten an einem Samstag in Paris ohnehin schon viel los ist.