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Leuchtende Poesie in Lyon: "Fête des Lumières"

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Leuchtende Poesie in Lyon: "Fête des Lumières"

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Jedes Jahr lockt ein spektakuläres Lichterfest bis zu vier Millionen Besucher nach Lyon. Bei der sogenannten “Fête des Lumières” verwandelt sich die Metropole im Süden Frankreichs in leuchtende Poesie. Dutzende Installationen tauchen die historischen Bauten vier Tage lang in farbenfrohes Licht. Der Kreativität der Künstler scheint keine Grenzen gesetzt.

“Das Kunstwerk, das wir hier vor uns sehen, nennt sich Luminex.“, erklärt Philippe Morvan. „Es besteht aus einem Zylinder, an dem wir 364 LED-Glühbirnen befestigt haben. Im Innenraum befinden sich etwa 3000 Meter Kabel und um die 1000 Verbindungen.

Seit ihrer Entstehung im 17. Jahrhundert als religiöse, provinzielleTradition hat sich die “Fête des Lumières” zu einem urbanen Event entwickelt, bei dem Innovation, Kunst und Design ineinander fließen. Wir haben einige Künstler und Organisatoren getroffen, um zu herauszufinden, worauf es bei einem Event dieser Größenordnung ankommt.

Bei der spektakulären Live-Show “Balaha” im römischen Amphitheater, die von Damien Fontaine ins Leben gerufen wurde, können die Zuschauer in Pferd in einem leuchtenden Kleid bestaunen. Die Show basiert auf einer alten Hindu-Legende, wie Fontaine erklärt: „Der Legende nach flieht ein Pferd namens Balaha aus Angst vor dem Sternenbild eines Drachen aus den Himmel, und lässt die Erde mit seinem Lichtergalopp erstrahlen. In unserer Show trägt Balaha ein leuchtendes Kleid. Das Konzept wurde vor etwa zehn Jahren von einem Seidenweber entwickelt. Er hat eine Kleiderstoff entworfen, in welchen er Glasfasern mit eingewebt hat. Bei unserer Show handelt es sich um eine Weltpremiere, denn zum ersten Mal wird der Stoff von einem Pferd getragen.“

In der Lichterinstallation „Insert Coins“ von den Künstlern Mehdi Assem und Bucko Arends fließen die imaginäre Welt der Videospiele und die Realität ineinander: “Unsere Installation ist eine Hommage an Computerspiele.“, erklärt Assem. „Wir alle sind mit Spielen wie “Packman” groß geworden. Das Projekt war also eine tolle Gelegenheit für uns, diesen Kult in eine kreative Animation einfließen zu lassen, und dabei eine Geschichte zu erzählen. Wir hoffen, dass es den Zuschauern gefällt.”
“In der Geschichte geht es um Zusammenhalt.“, äußert sich Bzucko. „Die Hauptfiguren treten in eine unbekannte Welt ein, in der sie Elemente wieder entdecken, mit denen sie früher gespielt haben. Wir hoffen, dass sich die Zuschauer in den Figuren wiederfinden.“

Ähnlich fantasiereich ist die Lichtinstallation „Les Pikooks“ des Künstlers Christophe Martine, in der fliegende Objekte mit Licht zum Leben erweckt werden. “Mit diesem Projekt wollten wir eine Fantasiewelt ins Leben rufen – mithilfe von zwei gleichartigen Flugobjekten, die zugleich Eulen oder Fische sein könnten.“, erklärt Martine. „Wir wollten den Zuschauern möglichst viel Raum für Fantasie lassen, damit sie das sehen können, was sie sehen möchten. In dem Becken unter den Vögeln befindet sich ein Nest, werlches die Vögel mit einem Lichterspiel zum Leben erweckt. Es geht um Magie und Poesie.“