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Ein Dorf unter dem Hammer

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Ein Dorf unter dem Hammer

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Ein Dorf ist unter den Hammer gekommen: Alwine in Brandenburg wurde für 140.000 Euro versteigert. Das Mindestgebot lag bei 125.000 Euro.

Eine vergessene Ortschaft

Im Besitz des anonymen Käufers sind nun: neun Häuser mit 15 Mietern sowie zehn Schuppen und Garagen, allesamt sanierungsbedürftig. Der Putz bröckelt, Fenster sind notdürftig mit Klebeband repariert oder ganz zerschlagen, die Schuppen teilweise eingefallen.

Nichtsdestotrotz: "Viele Interessenten haben sich bei uns erkundigt, auch aus dem Ausland," sagte Matthias Knake vom Auktionshaus Karhausen.

Der Rentner Paul Urbanek kommt ursprünglich aus der Nähe von Kiel. Er wohnt seit 2010 in Alwine. “Wenn ich nach oben gehe, dann ist es schlimm, wie heruntergekommen alles ist. Es ist dreckig."

Das Erbe der DDR

Alwine gehörte zu DDR-Zeiten zu einer Brikettfabrik, die nach der Wende geschlossen wurde. Zu Hochzeiten lebten etwa 50 Menschen im Ort. Nach der Schließung begann der Exodus.

Der Ort ist Teil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück rund 100 Kilometer südlich von Berlin. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in dem kleinen Dorf nicht. Die einzige Buslinie in der näheren Umgebung fährt an der Siedlung ohne Halt vorbei. Nachdem sie jahrzehntelang vergessen wurden, hoffen die Dorfbewohner von Alwine nun auf eine bessere Zukunft.