Eilmeldung

Eilmeldung

Bitcoins: Jetzt wird auch an der Börse spekuliert

Sie lesen gerade:

Bitcoins: Jetzt wird auch an der Börse spekuliert

Schriftgrösse Aa Aa

Der Bitcoin, die Digitalwährung aus dem Internet, hat den Sprung an die Börsen geschafft. Seit Montag werden sogenannte Futures, also Terminkontrakte auf Bitcoins, an der Optionsbörse in Chicago gehandelt. Mit den Futures wird auf eine künftige Entwicklung des Bitcoin-Preises gewettet.

Meinung

Die Technologie hinter dem Bitcoin wird bleiben

Daniele Bianchi Wirtschaftsprofessor

Die Bitcoin-Händler nahmen die Nachricht positiv auf, der Bitcoin-Kurs stieg nach Handelsstart erneut. Bereits in den vergangenen Monaten hatte der Wert der Bitcoins stark zugelegt.

Wenn auch die Bitcoins selber nicht an der Börse gehandelt werden, ist die Digitalwährung mit dem Future an den etablierten Finanzmärkten angekommen. Das Interesse ist riesig, der Handel mit dem Derivat wurde wegen des großen Ansturms kurzzeitig ausgesetzt.

“Ich bin der Meinung, dass wir es nach wie vor mit einer Blase zu tun haben“, unkt Robert Halver, Analyst bei der Frankfurter Baader Bank. „Die Technologie dahinter ist zwar großartig, aber eine Zahlungseinheit wird Bitcoin nie werden. Von daher sollte jeder Anleger, der einen spekulativen Charakter in sich trägt, durchaus mit Bitcoin handeln, aber immer wissen: Der Neue Markt ist auch irgendwann in sich zusammengebrochen und das werden wir beim Bitcoin früher oder später auch erleben.”

Bitcoin tot, Technologie lebt weiter

Der Bitcoin wird nach einem aufwendigen kryptographischen Verfahren berechnet. Unternehmen wie der Computerchiphersteller Nvidia verdienen derzeit ein Vermögen mit der Technologie, die dafür benötigt wird. Eine Blase könnte auch sie in die Bredouille bringen. Dennoch würde der Bitcoin selbst bei einem Total-Crash der Nachwelt etwas hinterlassen:

“Die Technologie hinter dem Bitcoin, die Block Chains, werden bleiben”, sagt der Wirtschaftsprofessor Daniele Bianchi von der Warwick Business School in England. Aber auch er zieht den Vergleich mit der Dotcom-Blase Anfang des Jahrtausends: “Auch, nachdem die Blase geplatzt ist, ist das Internet erhalten geblieben.” Die Technologie könnte den Bitcoin selber also überleben.

Der Bitcoin ist also an den Finanzmärkten, zumindest vorübergehend. Wer sich aber nicht mit Terminkontrakten und den Finanzplätzen in Chicago beschäftigen möchte, für den gibt es einen einfacheren Weg, mit Bitcoins zu handeln: An Automaten, die beispielsweise an Flughäfen aufgestellt werden, können Bitcoins ganz einfach gehandelt werden. Die Bedienung erfolgt ähnlich wie an einem Geldautomaten. Für die kleine Spekulation zwischendurch.