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Die harte Realität der Rohingya-Frauen

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Die harte Realität der Rohingya-Frauen

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Die Vergewaltigungen von zahlreichen Frauen der verfolgten Rohingya-Minderheit durch myanmarische Soldaten sind offenbar systematisch durchgeführt worden. Dies geht aus einem Bericht der Presseagentur Associated Press (AP) hervor. Die Agentur hatte 29 Frauen befragt, die der sexuellen Gewalt zum Opfer gefallen waren und sich nun in Flüchtlingslagern in Bangladesch aufhalten.

"Ich fühle mich psychisch zerstört und bin nicht in der Lage, zum Arzt zu gehen“, berichtet eines der Opfer. „Manchmal weine ich die ganze Nacht über. Ich schaffe es nicht einmal, mich beim Gebet verneigen. Niemand außer Allah kann mein Leid verstehen."

Ein weiteres Opfer gab an, ihr Mann habe damit gedroht, sie zu verlassen. Er fühle sich entehrt, da der Vergewaltiger ein Nicht-Muslime gewesen sei.

Laut UN-Angaben waren die Vergewaltigungen durch die myanmarische Armee befohlen und durchgeführt worden. Viele Opfer seien an den Folgen der Vergewaltigung gestorben.

Zudem seien viele Frauen in Armeegefangenschaft sexuell versklavt worden. An der sexuellen Gewalt sollen auch myanmarische Grenzpolizisten und regierungstreue Milizen beteiligt gewesen sein.

Die Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten diskriminiert und verfolgt.

Seit Ende August sind mehr als 600.000 Rohingya aus ihrer Heimat geflohen, ein Großteil ins Nachbarland Bangladesch.