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Senats-Nachwahl in Alabama: Moore erkennt Niederlage noch nicht an

Der Demokrat Doug Jones lag bei der Senats-Nachwahl in Alabama überraschend vor dem Republikaner Roy Moore. Dieser hat das Ergebnis zunächst nicht anerkannt. US-Präsident Donald Trump reagierte bereits auf den Sieg des Demokraten Jones.

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Senats-Nachwahl in Alabama: Moore erkennt Niederlage noch nicht an

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Er ist der Überraschungssieger des Tages: Doug Jones hat die Nachwahl für einen Senatssitz im US-Bundesstaat Alabama gewonnen. Der Demokrat lag am späten Dienstagabend Ortszeit nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Urnen um mehrere Tausend Stimmen vorn. Ein uneinholbares Ergebnis, so US-Medien. Aktuelle Informationen zum Ergebnis liefert die Zeitung The New York Times hier.

Das macht den ehemaligen Staatsanwalt Jones zum ersten Demokraten seit Jahrzehnten, der aus dem erzkonservativen Alabama in den US-Senat gewählt wurde. Im Südstaat gilt er für viele als Hoffnung für Bürgerrechte. "Ich habe schon immer daran geglaubt, dass die Menschen in Alabama mehr gemeinsam haben als die, die uns teilen", rief Jones zu seinen jubelnden Anhängern. "Wir haben nicht nur Alabama sondern auch dem Land den Weg zur Vereinigung gezeigt."

Jones Sieg ist ein hartes Ergebnis für den US-Präsidenten Donald Trump und gilt als Alarmsignal: Die Demokraten gewinnen hiermit einen wichtigen Senatssitz. Die ohnehin knappe Mehrheit der Republikaner im 100 Sitze umfassenden US-Senat schrumpft so von 52 auf nur noch 51 Stimmen. Die Umsetzung von kontroversen Gesetzvorhaben der Trump-Regierung, wie die bevorstehende Steuerreform, kündigt sich nun schwerer an.

Roy Moore will erst "warten"

Jones Kontrahent Roy Moore weigerte sich zunächst, von einer Niederlage zu sprechen. Der umstrittene Republikaner sagte zu seinen Anhängern in der Stadt Montgomery: "Wir müssen jetzt auf Gott und auf das Ende des Vorganges warten. Ich weiß, es ist spät und wir können es kaum erwarten, aber es gehen immer noch Stimmen ein und wir schauen uns das an. Möge Gott Euch segnen, möge er Euch eine sichere Reise schenken und Euch danken, dass Ihr heute Abend gekommen seid. Es ist noch nicht vorbei und es wird eine Weile dauern. Vielen Dank."

Außerdem meinte Moore, dass das staatliche Gesetz eine Nachzählung auslösen würde, sollte der Abstand zwischen den Ergebnissen der Stimmen innerhalb eines halben Prozents liegen.

US-Präsident Donald Trump reagierte bereits auf Twitter: Er gratulierte dem Demokraten Jones zu "einem hart umkämpften Sieg". Er fügte hinzu: "Die Republikaner werden sehr bald wieder eine Chance auf den Senatssitz haben". 

Trump hatte den Ex-Richter Moore, der zur Urne geritten war, für die Wahl unterstützt - Auch nachdem mehrere Frauen Moore öffentlich vorgeworfen hatten, er habe sie sexuell bedrängt, als sie junge Mädchen waren. Vorwürfe, die der 70-Jährige bestreitet.

Die Nachwahl war nötig geworden, weil Jeff Sessions sein Mandat aufgeben musste, als er Justizminister wurde.