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Zugunglück in den USA: Fuhr der Zug zu schnell?

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Zugunglück in den USA: Fuhr der Zug zu schnell?

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REUTERS/Steve Dipaola
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Luftaufnahmen machen das ganze Ausmaß des Unfalls deutlich: Bei seiner Jungfernfahrt auf einem neuen Gleisabschnitt südlich der US-Stadt Seattle sprang am Montag ein Personenzug aus den Schienen, mehrere Waggons lösten sich, einer landete auf der viel befahrenen Autobahn Interstate 5. Mindestens drei Menschen starben, mehr als 100 wurden verletzt. Bei der Suche nach den Ursachen richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf die Geschwindigkeit des Zuges von gut 130 Kilometern pro Stunde.

Es sind Bilder, die an Eschede erinnern, wo 1998 beim schwersten Zugunglück der deutschen Nachkriegsgeschichte 101 Menschen starben. 

In einer Audioaufzeichnung unmittelbar nach dem Unglück meldet der Lokführer: Er sei in die Kurve gefahren, um die Autobahnbrücke zu überqueren, als der Zug zu Boden stürzte. Ob alle in Ordnung seien? Das wisse er nicht, überall lägen Waggons, auch auf der Fahrbahn.

Nach neusten Angaben des Betreibers Amtrak befanden sich etwa 80 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord.

US-Präsident Donald Trump nahm das Unglück zum Anlass, um via Twitter für Investitionen in die marode US-Infrastruktur zu werben. Dabei befuhr der Unglückszug erstmals die nagelneue Strecke. Der Abschnitt war in den vergangenen Jahren für gut 180 Millionen Dollar ausgebaut worden, um Kurven zu vermeiden und die Fahrtzeit zu verkürzen.