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Shitstorm und Lob: Kusine kritisiert neuen österreichischen Innenminister Kickl

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Shitstorm und Lob: Kusine kritisiert neuen österreichischen Innenminister Kickl

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REUTERS/Leonhard Foeger
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Sie tragen denselben Nachnamen, aber sonst scheint sie wenig zu verbinden: Daniela und Herbert Kickl. Sie ist 47, IT-Spezialistin, Autorin eines Buches, in dem sie mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber Apple abrechnet und offensichtlich begeisterte Sozialistin. Er, 49, hat unter anderem Philosophie und Geschichte studiert, ist seit Montag Österreichs oberster Polizist und Autor eingängiger Slogans wie „Mehr Mut für unser Wiener Blut – zu viel Fremdes tut niemandem gut“. Ihre unterschiedlichen politischen Ansichten sorgen derzeit für die wohl interessanteste vorweihnachtliche Familienfehde der Alpenrepublik: Daniela Kickl hat ihrem Cousin Herbert mit einem giftigen Facebook-Post zu seiner Ernennung als Innenminister „gratuliert“. “Wir sind alle sehr stolz auf Dich. Na ja fast. Mehr oder weniger halt“, schrieb sie auf Facebook an den Politiker der rechtspopulistischen FPÖ, bevor sie die vermeintliche „Partei des kleinen Mannes“ als heuchlerisch und das Regierungsprogramm als unsozial brandmarkt.

Herbert Kickl hat bisher nicht öffentlich reagiert.

Dafür die Social-Media-Community: Daniela Kickls Post wurde bisher über 15.000 Mal geliked, mehr als 5300 Mal geteilt und über 1000 Mal kommentiert. Die Reaktionen sind kritisch bis enthusiastisch: 

Auch auf Twitter gibt es ganz unterschiedliche Reaktionen:

Der Post vom Montag war nicht der erste, in dem Daniela Kickl im sarkastisch-süffisantem Ton die Sozialpolitik der FPÖ kritisierte. Bereits wenige Wochen nach dem Wahlsieg des konservativ-rechtspopulistischen Lagers bei der Nationalratswahl im Oktober begann die „Anwältin der Menschenwürde“ – so Kickls Selbstbeschreibung auf Twitter – damit, ihren „lieben Cousin Herbert“ und den „Zahntechniker“ alias FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf Facebook zu kritisieren.

Allzu große Überwindung dürfte die Österreicherin, die in Irland lebt, dieser Schritt nicht gekostet haben, denn sie und ihr Cousin kennen sich kaum: Daniela hat Herbert laut eigener Aussage bisher nur einmal in ihrem Leben getroffen, als beide Ende der 80er Jahre in Wien studierten. „Unsere Großeltern hatten 14 Kinder“, sagte Daniela Kickl dem österreichischen „Kurier“. Es gebe eine Unmenge an Cousinen. Vielleicht gibt es ja wenigstens einige Mitglieder der Großfamilie, die ein herzlicheres Verhältnis pflegen.