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Sanftes Duell: Cecilia Bartoli und Sol Gabetta

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Sanftes Duell: Cecilia Bartoli und Sol Gabetta

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Sie sind zwei der musikalisch abenteuerlustigsten und bestechendsten Künstlerinnen: die italienische Mezzosopranistin Cecilia Bartoli und die argentinische Cello-Virtuosin Sol Gabetta krönen ihre langjährige Freundschaft mit Meisterwerken des Barock. Die Capella Gabetta von Sols Bruder Andrés begleitet sie auf Instrumenten der Epoche. Musica filmte die Proben im Münchener Prinzregententheater.

“Wir wollten seit Jahren gemeinsam ein Projekt machen”, erzählt Bartoli, “und schließlich haben wir es gefunden – wir haben Musik gefunden, die für Gesang, Cello und Orchester geschrieben wurde.”

“Das Programm fußt vor allem auf der Schönheit, der Melancholie, aber auch auf der Fröhlichkeit des Repertoires”, fügt Gabetta hinzu.



Inspiriert von den berühmten musikalischen Wettstreits des 18. Jahrhunderts haben sie das Programm Dolce Duello genannt. Ein eher sanftes Duell voller Virtuosität.



Zusammen mit einem Musikwissenschaftler stöberten die beiden vergessene Kostbarkeiten auf, darunter Antonio Caldaras Arie “Fortuna e speranza”. “Eine sehr tiefsinnige, melancholische Arie”, findet Bartoli, “man hört genau aufeinander. Jedes Mal habe ich den Eindruck, dass Sol ihr Motiv spielt – und dann muss ich es aufnehmen. Also führe ich die Melodie fort, und dann nimmt sie sie wieder auf.”



“In jener Epoche war das Cello nicht Soloinstrument, sondern eher Teil der Continuo-Gruppe, die die durchgehende Basslinie spielt”, erklärt Gabetta. “Oft schuf das Cello eher die harmonischen Strukturen, um zum Beispiel einen Sänger zu unterstützen. Doch in diesen Arien sind viel mehr Dialoge, und es ist das Orchester, das die beiden unterstützt, und das ist sehr interessant für diese Epoche.”



Viele sehen den Klang des Cellos als der menschlichen Stimme am nächsten. “Kommt darauf an, wer das Cello spielt”, wiegelt Bartoli lachend ab, und Gabetta gibt zurück: “Und es hängt davon ab, wer singt, das steht fest.”


“Wenn man von der Stimme des Cellos redet”, wird Bartoli wieder ernst, “das ist die Stimme von Sol, das ist die Stimme ihrer Seele. Die Art, wie sie ihr Instrument spielt. Man hat den Eindruck, dass sie singt, aber sie singt auf erhabenste Weise. Aber ja doch! Und das berührt einen im Innersten.”

Gabetta: “Cecilias Stimme hat mich sehr inspiriert, aber es geht nicht nur um eine schöne Stimme und gute Technik. Es ist ein ganzer Komplex. Letztlich ist eine Persönlichkeit ein Universum.”

Bartolis Fazit: “Wenn wir live gemeinsam Musik machen, dann fühlt sich das immer unglaublich an.”




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