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"Warmgefahren": Kältehilfe auf Rädern in Berlin

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"Warmgefahren": Kältehilfe auf Rädern in Berlin

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Die beiden Studenten Elias Dege und Frederyk Bieseke sind leidenschaftliche Radler und wollten etwas Gutes tun. Seit Mitte Dezember sind sie in Berlin mit Lastenrädern unterwegs, um die vielen obdachlosen Menschen in der Hauptstadt mit Kaffee, Schlafsäcken, Isomatten und Kleidung zu versorgen, unter dem Motto "Warmgefahren".

Der Plan der beiden WG-Bewohner, sie wollen zwischen Dezember und März drei- bis viermal wöchentlich Obdachlose mit dem Nötigsten beliefern, effizient und klimaneutral. Die praktischen Lastenräder sind geliehen.

Elias Dege: "Man kommt an Orte, wo ein Auto vielleicht keine Zufahrt hat. Wir stehen im direkten Austausch mit den Menschen. Das heißt, wir müssen nicht erst aus dem Auto aussteigen und 'Hallo' sagen und den Kofferraum aufmachen, sondern wir haben alles vorn in der Kiste."

Elias und Frederyk nutzen den direkten Kontakt, um über Anlaufstellen für Obdachlose, wie etwa Unterkünfte oder Suppenküchen zu informieren. Schätzungen zufolge leben in Berlin bis zu 10.000 Menschen auf der Straße. 

Einer von ihnen ist "Smiley". Seit fünf Jahren wohnt er "auf der Platte". Und freut sich über die Zuwendung. "Man kann sich kurz aufwärmen mit dem Kaffee, der Magen wird warm, der Kopf wird warm, man sieht, Leute interessieren sich auch für uns."

Die "Kältehilfe auf Rädern" wird aus Spenden finanziert und von mehreren Hilfsorganisationen unterstützt. Elias Dege ist ehrenamtlich für den Verein FlickeN e.V. tätig, der offene Fahrradwerkstätten sowie den Berliner Fahrradmarkt mit organisiert.

Ein weiterer Partner ist die Berliner Obdachlosenhilfe e. V., die gespendete Schlafsäcke, Isomatten und Kleidung zur Verfügung stellt und die beiden Studenten im Kontakt mit den Obdachlosen berät. Auch das Lastenrad-Verleihsystem VELOGUT unterstützt sie mit zwei Lastenrädern. 

Die Aktion ist Teil des Projekts "DIY. Dein Mobilitätsprojekt" des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).