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Die Liebe unter Hirschen und eine Oscar-Panne: Das Kinojahr 2017

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Die Liebe unter Hirschen und eine Oscar-Panne: Das Kinojahr 2017

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2017 war ein reiches Jahr für die Kinobranche. Viele Blockbuster gab es, viele Superhelden, und viele erfolgreiche europäische Qualitätsfilme. Blicken wir zurück auf die Highlights bei Europas Filmfestivals und auf eine der seltsamsten Oscar-Verleihungen.


Goldener Bär für “Körper und Seele”


Die internationale Festival-Saison beginnt in Europa im Februar mit der Berlinale. Der niederländische Regisseur Paul Verhoeven war Jurypräsident. Der Goldene Bär ging an Körper und Seele der ungarischen Regisseurin IIdikó Enyedi. Es blieb nicht der einzige Preis, den die Liebesgeschichte aus dem Schlachthaus einheimste. Der Streifen wurde dort auch mit dem FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritiker und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Zwei Mitarbeiter des Schlachthofes stellen fest, dass sie immer wieder denselben Traum haben und sich darin im Wald als Hirsche treffen. Darüber entdecken sie auch ihre Liebe füreinander.



Oscar-Panne


Der peinliche Fauxpas dieses Jahr bei der Oscar-Verleihung: Der Preis wurde zuerst an die Falschen vergeben. Faye Dunaway und Warren Beatty, die den Gewinner verkündeten, hatten den falschen Umschlag zugesteckt bekommen. Erst nach ein paar Minuten wurde der Fehler bemerkt, die Truppe von “La La Land” gab die Trophäe an die Kollegen von “Moonlight” weiter…

Moonlight) ist der erste Film mit kompletter farbiger Besetzung und Homosexualität als Thema, der mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet wurde. Insgesamt gewann er drei Oscars. Er erzählt vom schwierigen Heranwachsen eines homosexuellen Afroamerikaners. Der Film war sowohl bei den Kritikern als auch finanziell ein Publikumserfolg und spielte bis Mitte des Jahres 65 Millionen US-Dollar ein.



Das Musical La La Land) gewann dann aber immer noch sechs Oscars und später weitere Preise wie mehrere Golden Globes und British Academy Film Awards. Und wurde ebenfalls zum Kassenschlager.



Goldene Palme für “The Square”


In Cannes war der spanische Regisseur Pedro Almodóvar Präsident der Jury. Die vergab die Goldene Palme an den schwedischen Film The Square) von Ruben Östlund. Almodóvar pries die Satire über einen Museumskurator in Stockholm als Anklage gegen die Diktatur der politischen Korrektheit. Der Film wurde in Cannes auch für das Szenenbild ausgezeichnet und als schwedischer Kandidat für eine Oscar-Nominierung ausgewählt.



Goldener Löwe für “The Shape of Water


Bei der Mostra in Venedig heimste der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro mit seinem Fantasy-Drama The Shape of Water – das Flüstern des Wassers den Goldenen Löwen ein. Und auch den Preis für die beste Filmmusik. Die Geschichte einer stummen Frau, die in einem US-Hochsicherheitslabor putzt und sich dort mit einem Amphibien-Mann aus dem Amazonas anfreundet, wurde von den Kritikern als del Toros bester Film in zehn Jahren gepriesen.



Goldene Muschel für “The Disaster Artist”


Beim Film Festival von San Sebastian in Spanien leitete John Malkovich die Jury. Die Goldene Muschel ging an The Disaster Artist von James Franco, der auch eine der Hauptrollen spielt. Die biographische Komödie erzählt nach, wie der amerikanische Filmemacher Tommy Wiseau den Film The Room) dreht. Dieser galt bei etlichen Kritikern als schlechtester Film aller Zeiten.


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