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Felssturz in Tirol: Bewohner werden notversorgt

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Felssturz in Tirol: Bewohner werden notversorgt

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Nach dem gewaltigen Felssturz in Österreich bleiben bis zu 80 Talbewohner voraussichtlich mindestens zwei Tage von der Außenwelt abgeschnitten. An Heiligabend waren in der Gemeinde Vals südlich von Innsbruck tonnenweise Geröll und Erdreich niedergegangen und hatten die Zufahrtsstraße bis zu 50 Meter hoch verschüttet.

Berghang war als gefährlich bekannt

Josef Gatt, einer der Talbewohner, berichtet, es habe sich wie ein Erdbeben angehört. "Das ganze Haus hat gezittert. Wir sind dann auf den Balkon gegangen, auf einmal war alles dunkel, eine riesige Staublawine und das morgens um 6.30 Uhr. Das war unheimlich." Er sei jetzt Mitte Fünzig und habe so etwas noch nicht erlebt. "Unvorstellbar!"

Ein Geologe der Tiroler Landesregierung sagte dem ORF, der betroffene Berghang sei als gefährlich bekannt gewesen. Durch die Temperaturschwankungen in den letzten Tagen hätten sich die Felsspalten ausgedehnt und es konnte Wasser eindringen.

Erneuter Felssturz möglich

Der Bürgermeister von Vals befürchtet, dass erneut Felsteile abbrechen. Die Gefahr sei bei weitem nicht gebannt. "Es hat sich im Laufe des Vormittags [Montag; Anm. d. Red.] die Situation eher wieder dramatisiert. Nach dem ersten Hubschrauberflug dachten wir, dass wir die Sperre großteils aufheben können. Aber im Laufe des Vormittags hat gezeigt, dass doch noch Fels abzubrechen droht."

Nach ersten Schätzungen waren mehrere zehntausend Tonnen Gestein abgerutscht. Die Dorfbewohner sollen nun per Hubschrauber notversorgt werden. Das Freiräumen der verschütteten Straße wird nach Angaben der Landesregierung gut drei Wochen dauern.