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Flüchtlingsfamilie auf Chios: "Wir haben auf einem Feld gelebt"

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Flüchtlingsfamilie auf Chios: "Wir haben auf einem Feld gelebt"

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Das Flüchtlingslager "Vial", der sogenannte "Hot-Spot" auf der griechischen Insel Chios. Das Camp ist mit über 2000 Menschen komplett überfüllt, eigentlich ist hier nur genug Platz für 800. Immer mehr Zelte werden in der Winterzeit auf den Feldern um das Lager aufgebaut. Familien übernachten auch unter freiem Himmel bei sehr niedrigen Temperaturen.

Die griechische Hilfsorganisation "Arsis" bietet einigen schutzbedürftigen Familien Wohnungen an. Auch Al Inezi Saadoun, seiner Frau und ihren drei Kindern - diese Familie ist von Kuwait nach Griechenland geflohen. Kein Staat erkennt sie als Bürger an, sie sind staatenlos. Im Camp war für sie kein Platz mehr: 20 Tage lang haben sie auf einem Feld gelebt.

"Ich habe im Flüchtlingslager nach Decken und Bettlacken gefragt", erzählt der 60-jährige Vater Al Inezi. "Wir haben draußen geschlafen, auf den Feldern. Es hat jede Nacht geregnet und es war sehr kalt. Wir waren nicht in Sicherheit, wir waren hilflos."

Über 50 Wohnungen für Familien

Bisher konnten 239 Flüchtlinge in über 50 Wohnungen auf der Insel beherbergt werden. Alle Appartements befinden sich im Stadtzentrum. Der Kontakt mit den Einheimischen fällt in dieser Umgebung leichter, die Arztpraxis und Supermärkte liegen nicht weit entfernt.

Die Soziologin Katerina Pappa von der NGO Arsis kommt regelmäßig vorbei, um den Familien in ihrem Alltag zu helfen: "Wohnungen sind für die Familien absolute Priorität. Wenn wir uns darum gekümmert haben, können wir uns auf die rechtlichen Fragen konzentrieren, wie die Asylanträge. Wir versuchen auch, ihre ärztliche Versorgung sicherzustellen und ihre Kinder in Schulen zu schicken. Jetzt da sie ein Dach über den Kopf haben, ist alles anders. Sie leben nicht mehr auf einem Feld."

Apostolos Staiko, Euronews, aus Chios:

"Von einem nassen und kalten Zelt, in eine Küche mit Essen und einem Tisch. Es ist hier vielleicht nicht wie in ihrem alten Zuhause, aber auf jeden Fall sind die Lebensbedingungen dieser Familie nun einigermaßen akzeptabel."