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Ein drittes Geschlecht für Schweden?

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Ein drittes Geschlecht für Schweden?

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Das dritte Geschlecht wird bereits von mehreren Staaten anerkannt. In Kürze werden auch schwedische Politiker über die neutrale Option entscheiden. Tina Haakon ist betroffen. Sie sagt, "wenn ich mein Geschlecht angeben soll, dann wähle ich mal männlich, mal weiblich. Wäre schön, wenn es eine dritte Option gäbe."

Eine Leerstelle, ein "x" oder "divers"?

Die meisten schwedischen Parteien unterstützten den Vorstoß. Uneinigkeit besteht jedoch beim Symbol. Statt "m" für männlich und "k" für weiblich könnte "x" eingetragen werden. Zur Diskussion steht auch eine Leerstelle, doch Kritiker sprechen hierbei von Diskriminierung. Andere wollen, dass das Geschlecht gar nicht mehr aus dem Pass ersichtlich ist.

Der konservative Politiker Frederik Saweståhl von der Moderata samlingspartiet hofft, "es gibt eine kleine Gruppe von Menschen, deren Leben wir mit wenig Aufwand stark verbessern können."

Stiche ins Selbstwertgefühl

Von Intersexualität sind den Vereinten Nationen zufolge fast zwei Prozent betroffen. Weit mehr, als landläufig angenommen wird. Diese Menschen leiden im Alltag, gibt die Aktivistin Mire Åsell zu Bedenken: "Wenn dich jemand mit dem falschen Pronomen anspricht, wenn du nicht anerkannt wirst als der, der du bist, dann ist das wie Stiche ins Selbstwertgefühl."

Weltweit gibt es das dritte Geschlecht bereits in Australien, Malta, Malaysia, Nepal, Neuseeland, Südafrika, Indien ... und wohl bald in Schweden.

"Das wäre gut für uns Intersexuelle," meint Tina Haakon. "Es ist ein Schritt nach vorn. Wie Armstrong bereits sagte: Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit."

Lage in Deutschland**

In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht im November ein drittes Geschlecht für den Eintrag im Geburtenregister gefordert. Der Gesetzgeber muss nun bis Ende 2018 eine Neuregelung schaffen, in der eine neue Bezeichnung aufgenommen wird.**