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Streit um Zwangsprostituierte

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Streit um Zwangsprostituierte

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Die während des Zweiten Weltkriegs von den Japanern in Bordelle gezwungenen Frauen sind erneut Streitpunkt zwischen Seoul und Tokio. Japan hatte sich 1993 entschuldigt, 2015 war eine Entschädigungszahlung von umgerechnet acht Millionen Euro ausgehandelt worden. Südkoreanische Aktivisten gehen von 200.000 Zwangsprostituierten aus, - nicht alle waren aus Südkorea, sondern auch aus anderen asiatischen Ländern wie Thailand und den Philippinen. Japan bezweifelt dieses Zahl. Nach japanischen Angaben habe es sich um einige Zehntausend Frauen gehandelt.

Dieses Abkommen von 2015 über die sogenannten "Comfort-Women" ("Trost-Frauen") geht der südkoreanischen Regierung nicht weit genug.

Außenministerin Kang Kyung-wha erklärte: "Wir bedauern sehr, dass dieses Abkommen so wenig Opfer-orientiert ist. Dem Punkt der Menschenrechtsverletzung ist nicht genügend Rechnung getragen worden."

Japan sieht keinen Grund, noch einmal neu zu verhandeln.

Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga erklärte: "Mit dem Abkommen von 2015 haben beide Länder einen Schlussstrich unter die Angelegenheit der "Comfort Women" gezogen. Die internationale Gemeinschaft hatte dieses Abkommen gelobt. Es ist unabdingbar, dass beide Seiten sich an dieses Abkommen halten."

Japan fordert auch, dass die Statue einer Zwangsprostituierten vor der japanischen Botschaft in Seoul anderswo aufgestellt wird. Auch eine zweite von Aktivisten aufgestellte Statue vor dem japanischen Konsulat in Busan wollen die Japaner nicht dort haben. Sie sind nicht generell gegen diese Statuen, möchten sie aber nicht vor ihren Auslandsvertretungen in Südkorea sehen.