Eilmeldung

Eilmeldung

Ukraine: Regierung und Separatisten tauschen Gefangene aus

Sie lesen gerade:

Ukraine: Regierung und Separatisten tauschen Gefangene aus

© Copyright :
Ukrainische Regierung über Reuters
Schriftgrösse Aa Aa

In der Ukraine haben die Regierung und die von Russland unterstützten Aufständischen Hunderte Gefangene ausgetauscht. Die Separatisten ließen 73 Gefangene frei, sie wurden nach Kiew geflogen, wo sie unter anderem von Staatspräsident Petro Poroschenko empfangen wurden.

Poroschenko sagte: "In den vergangenen drei Jahren haben wir so viel getan, dass ihr, meine Freunde, in eine andere Ukraine zurückkehrt, eine freie, demokratische und reformierte Ukraine. Wir hoffen sehr, dass alles für uns gut wird, wir werden unsere Soldaten zurückholen, wir werden Friedenstruppen für den Donbass fordern und unser Land befreien."

Monatelange Verhandlungen

Die ukrainische Regierung übergab im Gegenzug 237 Gefangene an die Separatisten. Der Austausch fand am ukrainisch kontrollierten Frontübergang Majorsk in der Nähe der von den Separatisten gehaltenen Stadt Horliwka statt.

Dem Austausch waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen, in die auch der Kreml und die orthodoxe Kirche in Russland eingeschaltet waren.

Der Donezker Separatist Wladimir Ugudrow berichtete: "Ich war zwei Jahre und dreieinhalb Monate in Haft, zwei Monate davon in Isolationshaft. Ich habe einen Bombenanschlag auf das Büro des Rechten Sektors verübt."

Noch nicht alle Gefangenen ausgetauscht

Beide Seiten sind laut dem 2015 geschlossenen Friedensvertrag von Minsk dazu verpflichtet, alle Gefangenen freizulassen. Das soll aber bisher noch nicht umgesetzt worden sein.

In der Ostukraine kämpft die Regierungsarmee seit 2014 gegen Separatisten, die von Russland unter anderem militärisch unterstützt werden.

Nach Zählung der Vereinten Nationen sind in dem bereits 10.300 Menschen umgekommen. Bislang haben die Konfliktparteien nur vereinzelt Gefangene ausgetauscht.

Merkel und Macron begrüßen Austausch

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron begrüßten den Gefangenenaustausch. In einer in Berlin veröffentlichten Erklärung ermutigten sie die Konfliktparteien, den Austausch auch der noch verbliebenen Gefangenen zu ermöglichen.

Dies diene, auch mit Blick auf die volle Umsetzung der Vereinbarungen von Minsk, dem Aufbau von Vertrauen zwischen den Konfliktparteien.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sprach von einer guten Nachricht. "Der Austausch ist ein bedeutsamer Schritt bei der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen, den wir gemeinsam mit unseren französischen Partnern im Normandie-Format intensiv unterstützt haben", sagte er.