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Berlin, Rom, London: Solidarität mit Demonstranten im Iran

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Berlin, Rom, London: Solidarität mit Demonstranten im Iran

Berlin, Rom, London: Solidarität mit Demonstranten im Iran
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In Berlin haben sich am Dienstag rund 100 Exil-Iraner vor dem Brandenburger Tor versammelt. Sie wollten die Protestbewegung in ihrer Heimat unterstützen. Seit knapp einer Woche tragen im Iran Tausende Menschen ihre Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage und teils auch ihre Wut auf das ganze System auf die Straße.

Hamid Nowzari vom Verein iranischer Flüchtlinge in Berlin sagt: „Wir wissen, dass sie die Unterstützung von uns Exil-Iranern brauchen, deshab sind wir ja hier. Viele von uns haben in verschiedenen Jahrzehnten mehrere solcher Protestaktionen im Iran miterlebt – in den 80er- und 90ern Jahren und zuletzt 2009.“

Solidarität auch vor der iranischen Botschaft in Rom. Hier kamen rund 30 Demonstranten zusammen. Ihre Parolen: „Stoppt die Hinrichtungen“ und „Nein zu Rohani!"

„Genug ist genug“, fanden auch mehrere Dutzend Menschen in London. Sie gehören ganz unterschiedlichen Gruppen an – genau wie die Protestler, die ihrem Ärger seit Tagen im Iran Luft machen. Es sind Konservative, Liberale und generelle Kritiker der Führung in Teheran.

Diese Vielschichtigkeit macht laut Iran-Experte Mehrad Vaezinejad die Schwäche der Protestwelle aus: „Hinter ihr steckt nicht nur ein Slogan, eine Ursache oder eine Gruppe. Ihr fehlt eine Art Anführer und deshalb denke ich, dass sie im Sande verlaufen wird. Und wenn nicht, dann wird sie zerschlagen, da bin ich mir sicher.“

Von einer Beruhigung der Lage kann derzeit im Iran aber nicht die Rede sein. Über 20 Menschen sollen seit Ausbruch der Unruhen am Donnerstag ums Leben gekommen sein.