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Kein Geld und die Grippe: Englands Krankenhäuser in der Krise

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Kein Geld und die Grippe: Englands Krankenhäuser in der Krise

Kein Geld und die Grippe: Englands Krankenhäuser in der Krise
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Alle Krankenhäuser in England wurden dazu aufgefordert, Operationen, die nicht dringend sind, auf mindestens Februar zu verschieben. Mit diesem Schritt streicht das staatliche Gesundheitssystems (NHS) erstmalig während seines 70-jährigen Bestehens rund 50.000 Operationen.

Es fehlt an Infrastruktur und Personal, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, wie mehr und mehr Patienten mit der Wintergrippe. Derzeit müssen sie bis zu 12 Stunden auf Behandlungen warten. Die Wartezeiten sind ein bekanntes Problem der NHS. Dadurch sind die Notaufnahmen ständig überfüllt, weil Patienten beim Hausarzt nicht schnell genug Termine bekommen und deshalb ins Krankenhaus fahren, wo die Wartezeit aber auch nicht kürzer ist.

England ist stolz auf sein Gesundheitssystem, das alle Bürger gratis behandelt – im Gegensatz zur privaten medizinischen Behandlungen wie in den USA. Doch nachdem es die Labour-Regierung unter Tony Blair und Gordon Brown schaffte, die Wartezeiten zu senken, steigen diese seit einigen Jahren wieder an. Aus diesem Grund gehen mehr und mehr Selbstzahler zu privaten Kliniken und Arztpraxen, weil sie das Warten auf Termine im staatlichen System leid sind

Der anstehende Brexit könnte zu dem Problem der NHS großenteils mitbeigetragen haben, da tausende EU-Bürger, die als Krankenschwestern und Ärzte nach England gekommen waren, das Gesundheitssystem bereits wieder verlassen haben. Die Krankenhäuser suchen dringend nach medizinischen Fachkräften, da sie sonst womöglich vor einem weiteren Exodus stehen.

Der Gesundheitsminister hat sich öffentlich entschuldigt.