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Die Heiligen Drei Königinnen

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Allein das Plakat sorgt für viel Wirbel: Eine Dragqueen, eine Hip-Hop-Sängerin und eine Kabarett-Tänzerin sind in diesem Jahr die Stars der traditionsreichen Dreikönigsparade an diesem Freitag in Vallecas, einem Stadtviertel im Südosten von Madrid.

Man wollte mal was anderes, mehr Glamour. Deshalb wurde auch ein Festwagen der LGBTI-Bewegung eingeplant. Nach Organisatorenangaben eine Demonstration für Diversität und Toleranz. Doch konservative Kräfte wittern Gefahr. Schließlich sei der Umzug der wichtigste Festtag für die Kinder. Vor allem die Dragqueen "La Prohibida" - die Verbotene - stößt auf Ablehnung. Die örtliche Presse unkte gar, man wolle die Heiligen Drei Könige durch Königinnen ersetzen.

Keineswegs, versucht Stadtrat Francisco Pérez zu entschärfen: Wie in den Vorjahren wird die Dreikönigsparade von Vallecas natürlich von den drei Königen Kaspar, Melchior und Balthasar angeführt. Und selbstverständlich stehen die Kinder im Vordergrund."

"Diversität ist okay", findet ein Mann. "Damit können wir zeigen, dass wir offen sind", fügt eine Frau hinzu. Ein älterer Mann ist da weniger begeistert: "Das ist was für die Gay Pride, nicht für Kinder!"

Kurz vor Beginn der Parade ist übrigens ein neues Plakat aufgetaucht - diesmal mit den drei Heiligen Königen als Playmobilfiguren - ohne Dragqueen. Ein Zeichen der Entspannung?