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Eine "neue Seidenstraße": Macron beginnt China-Besuch

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Eine "neue Seidenstraße": Macron beginnt China-Besuch

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REUTERS/Charles Platiau
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Circa 8.000 Soldaten und Pferde aus Terrakotta, eine Delegation und im Mittelpunkt: Emmanuel Macron. Der französische Präsident ist zu Besuch in China.

Erste Station der dreitägigen Visite ist die Grabanlage für den ersten chinesischen Kaiser Qin Shihuangdi (Das Mausoleum Qin Shihuangdis) und die alte Kaiserstadt Xi'an. Hier war früher der Ausgangspunkt für den antiken Handelsweg der "Seidenstraße" zwischen China und dem Mittelmeer.

Genau darum ging es Macron: Er wollte symbolisch das Interesse Frankreichs an einer Kooperation für den Aufbau einer "neuen Seidenstraße" mit Handelskorridoren zwischen Frankreich, Europa und China unterstreichen. Dies ist eine geostrategische Initiative vom chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping.

Diese Initiative sei ein "sehr wichtiges Vorhaben", das die Verbindungen zwischen Europa und Asien verbessern könne, sagte Macron. Beide Seiten sollten ihre Zusammenarbeit dafür ausbauen und konkrete Projekte zur Umsetzung identifizieren. Frankreich wolle dabei eine "führende Rolle" einnehmen.

Auch der Klimawandel wird angesprochen

Die beiden Präsidenten wollen auch über den Nordkorea-Konflikt, den Kampf gegen Terrorismus und die angespannte Lage im Iran sprechen. "Ich erwarte viel von dem unerlässlichen Druck, den China auf Nordkorea ausüben kann, um es zu einem Kurswechsel zu ermutigen", sagte Macron in einem Interview, das die offizielle Webseite China.org zum Auftakt seines ersten Besuches in China am Montag veröffentlichte.

Der Klimawandel ist ebenfalls ein zentrales Thema. Macron lobte China: Das Land hätte eine sehr gute Einstellung zum Pariser Klimaabkommen.

"Ich werde Präsident Xi morgen anbieten, eine neue Schwelle der Partnerschaft zwischen Frankreich und China zu überschreiten, um den Kampf gegen den Klimawandel wieder aufzunehmen", erklärte der Franzose in seiner Rede. "Es gibt keine anderen Möglichkeiten, als diesen Kampf zu gewinnen. Weil es für unseren Planeten keine anderen Möglichkeiten gibt."

Emmanuel Macron und Frau Brigitte zu Besuch in der Großen Wildganspagode im Norden Xi'ans.REUTERS/Ludovic Marin/

Menschenrechtsorganisationen forderten Macron auf, auch Fälle von Bürgerrechtlern, die Religionsfreiheit und die Verfolgung von Uiguren anzusprechen. Der französische Staatschef solle sich auch für die Freilassung von Liu Xia, der weiter unter Hausarrest stehenden Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, einsetzen.

Die "Pferde-Diplomatie" à la française

Macron kam nicht ohne Geschenk nach China: Er wird seinem chinesischen Amtskollegen ein Pferd der "Republikanischen Garde" übergeben, so der Élysée-Palast. Als Xi Jinping im Jahr 2014 in Frankreich war, hatte er diese Kavallerie bewundert. Nach der "Panda-Diplomatie", nun also die "Pferde-Diplomatie" à la française.