Eilmeldung

Eilmeldung

Keine Alternative: Schulkantine bietet montags nur Schweinefleisch

Sie lesen gerade:

Keine Alternative: Schulkantine bietet montags nur Schweinefleisch

Illustrationsfoto
Schriftgrösse Aa Aa

Seit dieser Woche bieten die Schulkantinen im südfranzösischen Beaucaire montags denjenigen, die sonst ohne Schweinefleisch leben, keine Alternative mehr an. 

Diese Entscheidung traf der Bürgermeister des rechtsextremen Front National Julien Sanchez gemeinsam mit seinem Stellvertreter. 

"Die Ersatzgerichte, anti-republikanische Speisen, die seit der Amstzeit von Jacques Bourbousson (Anm. d. Red. Vorgänger von Sanchez) bestanden, werden in Beaucaire ab dem 1. Januar 2018 gestrichen", war im Gemeindeblatt von Dezember in einer Notiz zu lesen.

Allerdings ging Sanchez noch einen Schritt weiter. Außer einer fehlenden Alternative gibt es ab sofort jeden Montag ein Gericht mit Schweinefleisch, entschied die Stadt. 

Französischen Medien zufolge sind von dieser Entscheidung rund 150 der 600 Schüler, die in der Kantine essen, betroffen.

Kritik, die dem Politiker Islamfeindlichkeit vorwirft, wies Sanchez zurück. Im Sender France Info verteidigte er am Dienstagmorgen seine Entscheidung: "Sollten wir Schweinefleisch abschaffen, weil manche es nicht mehr essen wollen? Sie können die Vorspeise oder das Hauptgericht am Montag nicht essen, wenn es Schweinefleisch enthält. Aber den Rest der Mahlzeit können sie essen. Die Kantine ist ein optionales Angebot, es ist kein À-la-carte- Essen und kein Vier-Sterne-Restaurant".

Eine oppositioneller Verein sprach von einem "Angriff auf die Rechte der Kinder". Laure Cordelet, die Präsidentin von "Rassemblement citoyen pour Beaucaire" sagte France Info, die Entscheidung "stigmatisiert die Maghreb-Gemeinde und ist im Namen der religiösen Neutralität (laicité) nicht gerechtfertigt."

Marlène Schiappa, Staatssekretärin für die Gleichstellung der Geschlechter der französischen Regierung, sagte im Sender BFMTV, der Bürgermeister mache aus seinem Entschluss eine "politische Waffe, eine anti-muslimische und anti-jüdische politische Waffe."

Am kommenden Montag wollen Eltern gegen das Streichen der Alterativgerichte mobil machen: Vor dem Rathaus veranstalten sie ein Protest-Picknick.

"Eingriff in die Rechte der Kinder! Der FN-Bürgermeister von Beaucaire streicht die Ersatzgerichte. Verachtung des Gleichheitsprinzip", schrieb der Bürgerverein auf Twitter.

Auf Twitter schrieb Sanchez, sein Beschluss habe auch wirtschaftliche Hintergründe: "Die Ersatzgerichte sind teuer." Die Regierung habe die Bürgermeister dazu aufgerufen, mehr erste Klassen zu schaffen, das koste Beaucaire 200.000 Euro.