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Bundeswehr: Immer mehr Minderjährige

Die Zahl minderjähriger Soldatinnen und Soldaten in Deutschland hat sich in den letzten fünf Jahren verdreifacht. Die Linke kritisiert die Entwicklung.

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Bundeswehr: Immer mehr Minderjährige

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Immer mehr deutsche Minderjährige schließen sich der Bundeswehr an - das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf Informationen des Verteidigungsministeriums. Die Zahl der Soldaten, die bei Dienstantritt noch unter 18 Jahre alt waren, hat sich demnach in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht, und den neuen Rekordwert von 2.128 minderjährigen Rekruten erreicht. Darunter: mehr als 448 junge Frauen. Besonders ihre Zahl ist gestiegen, und hat sich im Vergleich zu 2011 sogar verachtfacht.

Kritik kommt von der Opposition: Verteidigungsministerin Ursula Von Der Leyen habe keine Skrupel, die Nachwuchsgewinnung immer weiter vorzuverlegen, so die Linkspartei. Außerdem: Solange Deutschland selbst Minderjährige für militärische Zwecke rekrutiere, könne es andere Staaten wegen Kindersoldaten nicht glaubwürdig kritisieren.

Bundeswehr-Werbung für junge Zielgruppen auf YouTube

Die Bundeswehr wirbt bei jungen Zielgruppen mit Videoserien wie "Die Rekruten oder Mali – Folge uns in den Einsatz"

Die Bundeswehr betont hingegen, dass minderjährige Soldaten keine Funktionen ausüben dürfen, bei denen sie zum Gebrauch einer Waffe gezwungen sein könnten. Sie nehmen auch an keinen Auslandsmissionen teil. Allerdings hantieren sie bei den militärischen Ausbildungen mit scharfen Waffen.

Die Gesamtzahl freiwilliger Bewerber ist rückläufig. Im vergangenen Jahr meldeten sich bis August 10.105 Männer und Frauen. Im Vergleich zu 2016 sei das ein Rückgang von mehr als 15 Prozent, so das Verteidigungsministerium mit. Deshalb wirbt die Bundeswehr mit YouTube-Videos gezielt auch bei jungen Zielgruppen. Mit Erfolg, wie die Rekordzahl an minderjährigen Soldatinnen und Soldaten zeigt.