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Organisation zu Babymilch-Skandal in Frankreich: "65 Länder sind betroffen"

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Organisation zu Babymilch-Skandal in Frankreich: "65 Länder sind betroffen"

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In Frankreich werden die Stimmen gegen den Konzern Lactalis immer lauter. Viele fordern neue Untersuchungen und weitere Kontrollen, die Regierung spricht von einem schlechten Management des Skandals um die mit Salmonellen verunreinigte Säuglings-und Kleinkindernahrung des Herstellers.

In dem Lactalisbetrieb im französischen Craon wurde rund 250 Angestellten Kurzarbeit angeordnet. Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat am Donnerstag rund 2500 weitere Kontrollen angekündigt, um sicher zu gehen, dass alle kontaminierten Dosen vom Verkauf zurückgezogen wurden.

Bei mehr als 20 Kleinkindern in Frankreich waren Salmonellenvergiftungen diagnostiziert worden, nachdem diese Lactalis-Produkte zu sich genommen hatten.

Der Präsident der Organisation für Familien der Opfer von der mit Salmonellen kontaminierten Milch ("Association des familles de victimes du lait contaminés aux salmonelles"), Quentin Guillemain, warnt nun vor einer internationalen Gefahr:

"Diese Produkte werden in der ganzen Welt verteilt, wir sprechen hier von 65 Ländern. Wo ist all diese Babymilch hin? Es geht nämlich um mehrere Millionen Dosen, Dutzende Millionen Dosen. Heute wissen wir nicht, wo diese Dosen sind. Deshalb möchte ich Ihren Zuschauern, vor allem denen, die nicht aus Frankreich kommen und mit diesem Skandal täglich zu tun haben, raten, diese Babymilch nicht zu kaufen. Die Marken sind Picot oder Milumel. Wenn sie solche Dosen bei sich zu Hause haben, raten wir Ihnen: Benutzen Sie sie nicht. Sie können für das Kind wirklich gefährlich sein."

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"Es gab ein erstes Dekret über 620 Packungen, die aus dem Verkauf zurückgezogen wurden. Damit untersagte der Wirtschaftsminister Bruno Le Maire den Export dieser 620 Packungen. Aber die 720 Weiteren, die später in Frankreich verboten wurden, unterlagen keinem Ausfuhrverbot. Das bedeutet, dass sie weiterhin potenziell exportiert werden."

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"Und wir werden auch die Regierung fragen, wo diese Dutzende Millionen Dosen sind - wir wissen noch nicht einmal, wie viele es genau sind. Wir können diese Babymilch nicht weiter exportieren, nur weil der Skandal im Ausland weniger bekannt ist. Wir müssen wissen, wo diese Dosen sind, ob sie zerstört wurden, ob sie zurückgezogen wurden und ob wir die Verbraucher in anderen Ländern wirklich informiert haben, dass diese Dosen vielleicht kontaminiert sind."

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Das Interview auf Französisch sehen Sie hier.