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Sonya Yoncheva glänzt als "Tosca" an der New Yorker Met

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Sonya Yoncheva glänzt als "Tosca" an der New Yorker Met

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Eine neue Rolle für die bulgarische Sopranistin, die ihr Repertoire derzeit enorm erweitert

Es ist das Opernereignis zu Beginn dieses Jahres in New York: Sonya Yoncheva brilliert als “Tosca”, Titelheldin der Oper von Puccini, an der Metropolitan Opera. Tosca ist eine Schlüsselrolle im Repertoire einer Sopranistin. Die Bulgarin interpretiert zum ersten Mal die Rolle der Primadonna mit dem tragischen Schicksal.

Rom, 1800: Floria Tosca liebt den Maler Mario Cavaradossi, an der Met interpretiert von Vittorio Grigolo. “Tosca ist eine sehr junge Frau, es ist ihre erste große Liebe”, erklärt Yoncheva. “Ihre Gefühlsausbrüche, ihre Reaktionen sind so stark und so heftig, weil es für sie darum geht, diese Liebe zu verteidigen – und da schleudert sie die Worte nur so heraus!”

Doch die Liebe steht unter einem schlechten Stern. Intrige, Folter, Verrat – die klassischen Zutaten eines Operndramas. Polizeichef Scarpia will Tosca für seine Zwecke benutzen – sie soll ihm zu Willen sein, um ihren Geliebten vor der Hinrichtung zu retten. Am Ende sterben beide, Tosca und Mario.



Für Yoncheva ist die neue Rolle eine “super Herausforderung: Das ist wirklich ein immenser Part! Es ist total spannend, die Rolle zu singen und zu spielen. Für mich ist es wirklich sehr speziell, das zu spielen! Der zweite Akt ist ein sehr dramatischer Teil, man braucht da all seine Klangfarben. Ich versuche, meine Kraft und meine Intensität genau zu kalkulieren.”

Der serbische Bariton Željko Lučić hat die Rolle des Scarpia zigmal verkörpert: “Was wir alle über Scarpia wissen, ist, dass er extrem fies ist. Es ist fast ein ungeschriebenes Gesetz, dass Tenöre und Soprane die Guten sind, und da gibt es immer einen kleinen Bariton, der versucht, diese nette Stimmung zwischen den beiden zu zerstören, und genau das passiert auch in dieser Oper.” Viele seien der Rolle gegenüber voreingenommen, sagt Lučić: “Jeder denkt, dass sechzig bis siebzig Prozent von Scarpias Rolle Schreien und Brüllen sind – das stimmt aber nicht. Er ist sehr sicher und in sich ruhend in seiner Düsterkeit.”



Zur sehr klassisch gehaltenen Inszenierung von Regisseur Sir David McVicar meint er: “In dieser Produktion gibt es eine ziemlich ‘neue’ Art der Regie – ich würde sie ‘klassisch’ nennen! Und ich bewundere sie, weil die Kostüme und das Bühnenbild, alles um einen herum, ‘original’ sind!”

Die Aufführung an der Metropolitan Opera wird am 27. Januar live in Kinos der ganzen Welt ausgestrahlt.

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