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Versteigerung: Tonnenweise Herz für Air Berlin

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Versteigerung: Tonnenweise Herz für Air Berlin

Versteigerung: Tonnenweise Herz für Air Berlin
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Deutschlands einst zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin ist Geschichte – jetzt sollen Schokoherzen – allein davon lagern beim Hersteller Lindt & Sprüngli in der Schweiz 2,4 Tonnen (120.000 Stück) – Flugzeugsitze, Servierwagen, Kulturbeutel und Schwimmwesten Millionen bringen. Zwei Wochen lang lässt der Insolvenzverwalter von Air Berlin online die letzten Restposten der Airline versteigern. Schon fünf Minuten nach Beginn der Auktion krachte die Webseite zusammen, so heftig war der Andrang.

Jan Bröker, Geschäftsführer des Auktionshaus Wilhelm Dechow, Hamburg:

„Nachdem die erste Pressemitteilung von Air Berlin rausgegeben worden ist, haben wir am selben Tag 37.000 neue Registrierungen gehabt für dieses Air-Berlin-Projekt. Das ist gewaltig. Das gibt’s im normalen Industriebereich niemals.“

Das Geld aus all den Auktionen soll die Insolvenzmasse aufbessern und den Gläubigern von Air Berlin zugutekommen: Tausenden Kunden mit abgesagten Flügen, dem Bund, dem Experten raten, von 150 Millionen Euro Brückenkredit die Hälfte abzuschreiben.

BELAIR

Die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft SBC übernimmt nach eigenen Angaben die Schweizer Belair Airlines aus der Insolvenz (15. August 2017) von Air Berlin. Der Flugbetrieb solle baldmöglichst wieder aufgenommen werden, Gespräche mit potenziellen Auftraggebern liefen bereits, so die auf Sanierung und Restrukturierung spezialisierte Beratungsgesellschaft aus Düsseldorf.

Bereits im Herbst 2017 stand den Angaben zufolge die SBC AG in Gesprächen mit der Insolvenzverwaltung von Air Berlin, um Belair zu übernehmen. Damals seien die Verhandlungen gescheitert aus
«insolvenzrechtlichen Gründen». Angestrebt werde, im Sommer 2018 wieder zu fliegen.

su mit dpa