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Den Geheimnissen der Mumie auf der Spur

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Den Geheimnissen der Mumie auf der Spur

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Pyramiden, Sphinxe, spektakuläre Grabkammern. Das alte Ägypten steht für Geheimnisse, denen Archäologen auf den Grund gehen wollen. Damit dabei kein irreparabler Schaden entsteht, arbeiten Londoner Forscher mit einer speziellen Methode: Dank multispektraler Bildtechnik bleiben Forschungsstücke verschont. Dabei wird in verschiedenen Wellenlängen-Bereichen nach charakteristischen Spuren chemischer Elemente gesucht. Ägyptische Tinte etwa enthält Eisenverbindungen, die sich mit dem Licht einer passenden Wellenlänge gezielt zum Leuchten bringen lassen.

"Früher hat man das Papyrus, aus dem Sarkophage gemacht wurden, komplett zerstört," bedauert die Ägyptologin Cerys Jones vom University College London. "Wenn das Papier erst zerstört ist, kann man diesen Schritt nicht mehr rückgängig machen. Manchmal fand keinen Text darunter verborgen. Man hat diese unschätzbaren historischen Objekte ganz umsonst vernichtet."

Oft gab es Inschriften auf den Totenmasken und den Särgen, die von Papyrus und Gips bedeckt waren. Wie bei der Mumie von Chiddingstone Castle in Kent. Dank der multispektralen Technik gelang es Jones und einer Forscherkollegin, einen 3.000 Jahre alten einbalsamierten Leichnam zu untersuchen. Sie entzifferten die auf der Maske sichtbar gewordenen Hieroglyphen: "Irethorru - Das Auge von Horus wacht gegen meine Feinde". So bekam die Mumie Tausende Jahre später eine Identität.